BLMP und MÜDAB
- Großräumige Überwachung:
Die räumliche Verteilung von Schadstoffen
muß nicht jährlich überprüft werden. Die Un
tersuchungen im Abstand von einigen Jahren
sollen sich auf kritische Gebiete konzentrie
ren.
Eine zentrale Datenbank der deutschen Mee
resüberwachung ist seit langem gefordert
worden. So mahnte schon 1980 der Sachver
ständigenrat für Umweltfragen im Sondergut
achten „Umweltprobleme der Nordsee“ die
regelmäßige Veröffentlichung der Untersu
chungsergebnisse und die Einrichtung einer
zentralen Umweltdatenbank an. Die Meßda
ten des DHI-Überwachungsprogramms seien
aufzunehmen, das Deutsche Ozeanographi-
sche Datenzentrum (DOD) solle . . die Auf
gaben der Annahmestelle für die Meßdaten
des BLMP vom Niedersächsischen Landsamt
übernehmen.
Die konkrete Planung zur MUDAB entstand
1985 im DHI aus der Überlegung heraus, die
ozeanograpischen und meereschemischen
Daten zusammenzufassen. Das für informati
onstechnische Verfahren zuständige BMI gab
die Aufgabe an das für Umweltinformations-
Systeme zuständige UBA weiter; in der Folge
wurde die MUDAB im Rahmen von UMPLIS
(Umweltinformationssystem des UBA) einge
richtet. Dadurch
a) wurde das Gewicht von der Hydrographie
zur Umweltüberwachung verlagert,
b) teilen sich BSH und UBA Finanzierung und
Einfluß, die Kosten tragen
- BMU über das UBA als UMPLIS-Projekt
und
- BMV über das BSH über die Nutzung
der DOD-Ausstattung,
c) geriet die Idee der hausinternen Service-
Datenbank in den Hintergrund.
MUDAB hat die Aufgabe, Daten des biologi
schen, chemischen und physikalischen Moni
torings von Wasser, Sediment und Lebewesen
zu speichern. Zu den Aufgaben gehört die Lie
ferung von Daten zu Nordsee und Ostsee an
internationale Institutionen wie OsParcom,
Helsinki-Kommission, ICES und London-
Dumping-Convention.
Außer internationaler Verwendung finden die
Daten national Eingang in die Berichtsbände
„Daten zur Umwelt“ des UBA und „Überwa
chung des Meeres“ des BSH Auch für diverse
andere Berichte und Untersuchungen werden
sie benutzt. Die Datenlieferanten der MUDAB
zeigt Abb. 27.
Die Daten finden aufgrund von drei großen
Überwachungsprogrammen Eingang in die
MUDAB:
- Joint Monitoring Program (JMP) für die Nord
see,
- Baltic Monitoring Program (BMP) für die Ost
see,
- Gemeinsames Bund/Länder-Meßprogramm
(BLMP).
Die Überwachungsprogramme liefern Daten zu
mehr als 150 Schadstoffen in Wasser, Sediment
und Organismen. Zusätzlich werden Daten der
Nährstoffe im Wasser sowie der physikalischen
Zustandgrößen erfaßt, ferner umfangreiche Be
gleitparameter. Der Gesamtbestand des DOD
umfaßt derzeit mehrere GigaByte,
Die Zahl der Auskünfte, Anfragen und Auf
träge an MUDAB wuchs erheblich, neben dem
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