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Volltext : Copernicus für das Umweltmonitoring

5-1  WAS  SIE  VOR  DER  VERARBEITUNG  WISSEN  SOLLTEN  6l

Zu  den  aktiven  Sensoren  gehören  Radar- 1  und  Lidar-Systeme 2 .  Aktive  Radarsensoren ­
  sind  beispielsweise  auf  Sentinel-i  und  TerraSAR-X  verbaut.
Die  am  Radarsensor  ankommende  Strahlung  wird  im  Wesentlichen  durch
die  Oberflächenrauhigkeit  und  die  Form  des  Geländes  bestimmt.  Flächen,  die
dem  Radar  direkt  zugewandt  sind,  erscheinen  sehr  hell,  und  Flächen,  die  dem
Radar  abgewandt  sind  und  somit  von  den  Mikrowellen  nur  schlecht  oder  gar
nicht  erreicht  werden  können,  erscheinen  dunkel  bis  schwarz  (Radarschatten).
Sogenannte  Rückstrahleffekte  treten  auf,  wenn  vertikale  und  horizontale  Flächen ­
  die  Mikrowellen  gespiegelt  reflektieren.  Zwar  können  moderne  Radarsysteme ­
  verschiedene  Arten  von  Mikrowellen  aussenden,  die  sich  in  ihrer  Wellenlänge ­
  und  Polarisation  erheblich  unterscheiden  und  damit  auch  unterschiedlich
tief  in  das  Gelände  eindringen  können.
Die  Interpretation  von  Radarbildern  ist  jedoch  längst  nicht  selbsterklärend
und  noch  immer  Gegenstand  der  aktuellen  Forschung.
I Für  ein  tieferes  Verständnis  der  Radarfernerkundung  möchten  wir  Ihnen  den
Besuch  der  alljährlich  von  der  Universität  Jena  angebotenen  Sommerschule
„SAR-EDU"  (http://sar-edu.uni-jena.de/wp/)  bzw.  die  zugehörigen  Online-Angebote
  unter  https://eo-college.org/landingpage  empfehlen.
Im  Folgenden  konzentrieren  wir  uns  auf  die  für  die  Übung  (siehe  Kapitel  5.2)
relevanten  Effekte  der  Fernerkundung  mit  passiven,  also  optischen  Sensoren.

5.1.2  Reflexion  und  Absorption  in  der  Atmosphäre
Die  Intensität  der  Absorption  und  Streuungscharakteristik  durch  die  Atmosphäre ­
  hängen  in  starkem  Maße  von  der  Wellenlänge  der  Strahlung  und  der
Aerosol-Teilchengröße  (Dunst,  Staub,  Wassertröpfchen,  Eiskristalle)  ab  (Dietze
1957;  Möller  1957;  Foitzik  und  Hinzpeter  1958).  Wenn  man  Satellitenbilder  einfach ­
  nur  visuell  interpretiert,  fällt  dies  nicht  so  sehr  ins  Gewicht,  da  sich  das
menschliche  Auge  schnell  an  Kontrastschwankungen  anpassen  kann.  Möchte
man  die  Daten  jedoch  für  eine  Klassifikation  nutzen,  womöglich  unter  Verwendung ­
  mehrerer  Satellitenbildszenen,  können  die  Effekte  die  Qualität  der  Klassifikation ­
  stark  verfälschen.  Gleiches  gilt  für  einen  Vergleich  unterschiedlicher
Aufnahmezeitpunkte.
Deshalb  müssen  die  Satellitenbilder  zunächst  atmosphärisch  korrigiert  werden, ­
  was  u.  a.  durch  eine  Kalibrierung  der  Reflexionswerte  auf  Basis  von  spektralen ­
  Geländemessungen  mit  geeigneten  Spektrometern  erfolgt,  sodass  die
Einflüsse  der  Atmosphäre  herausgerechnet  werden  können.  Für  die  gängigen
Softwareprodukte  sind  Algorithmen  zur  Atmosphärenkorrektur  verfügbar.  Beispielsweise ­
  bietet  die  ESA  das  Tool  Sen2Cor  für  die  Sentinel-2-Daten  an  (http:
//step.esa.int/main/third-party-plugins-2/sen2cor/).
Nicht  nur  aus  diesem  Grund  ist  es  wichtig  zu  wissen,  welches  Level  der
Sentineldaten  Sie  sich  auf  dem  Open  Access  Hub  der  ESA  oder  auf  anderen
Portalen  heruntergeladen  haben.  Abbildung  5.5  zeigt  beispielhaft  die  Prozessierungsstufen
  von  Sentinel-2.  Zwar  sind  die  Daten  für  Sie  als  Nutzerin  oder
Nutzer  bereits  ab  dem  Level  1C  verfügbar;  allerdings  enthalten  diese  noch  immer ­
  die  Reflexionsdaten  der  obersten  Schicht  der  Atmosphäre.  Vollständig  atmosphärenkorrigiert ­
  liegen  die  Daten  erst  ab  dem  Level  2A  vor.

Auch  geometrische
Verzerrungen,  die
durch  die  Flugbahn
des  Satelliten,  das
Relief  und  die
Vogelperspektive
des  Sensors  hervorgerufen ­
  werden,
müssen  durch  die
Zuweisung  einer
standardisierten
Geometrie  in  Form
von  Koordinaten
korrigiert  werden.
Diese  geometrischen
Korrekturen  sind
bereits  beim  Level
1C  realisiert.

Radio  detection  and  ranging;  Abtastung  der  Oberfläche  mit  Radiowellen
Light  detection  and  ranging;  Abtastung  der  Oberfläche  mit  Laserstrahlen
            
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