4-3 SOFTWARE FUR DIE VERARBEITUNG VON SENTINELDATEN
4.3 SOFTWARE FÜR DIE VERARBEITUNG VON SENTINELDATEN
Es gibt viele Möglichkeiten, die Sentineldaten auszuwerten. Letztendlich hängt
die Herangehensweise von der Fragestellung und den notwendigen Verarbeitungsschritten
ab und führt zur Auswahl geeigneter Software. Ist eine Vorprozessierung
der Daten erforderlich, beispielsweise eine Geo- oder Atmosphärenkorrektur,
ist die Nutzung spezieller Fernerkundungssoftware von Vorteil. Bei
der automatisierten Prozessierung großer Datenmengen, ist die Programmierung
von Skripten und die Einbindung spezieller Softwarebibliotheken sicher
die beste Wahl. Sind nur einfache Bildmanipulationen gewünscht, z. B. das Erstellen
von Falschfarbenkompositen, lässt sich dies auch einfach im GIS oder
sogar mit einfacher Bildbearbeitungssoftware realisieren.
Grundsätzlich ist anzumerken, dass die Verarbeitung von Satellitenbilddaten
mit spezieller Software viele Vorteile haben kann. Für den Laien mag die Software,
deren Aufbau und Funktionsumfang auf den ersten Blick sehr komplex
und schwer zugänglich erscheinen. Die Vorteile hegen jedoch auf der Hand:
die Verarbeitungsschritte sind meistens effizient implementiert und spezifische
Datenformate und sensorbezogene Eigenschaften, vor allem bei der Analyse
der Wellenlängenbereiche, werden berücksichtigt.
In der Regel ist Fernerkundungssoftware auf die Analyse von großen Rasterdatensätzen
zugeschnitten. Für die Auswertung von Satellitenbilddaten lassen
sich aber auch Geographische Informationssysteme einsetzen und teils für eine
Vielzahl der typischen (Vor-) Verarbeitungsschritte nutzen. Bei einigen Produkten
besteht sogar die Möglichkeit einer vollständigen Integration der Fernerkundungssoftware
ins GIS. Die Stärke von GIS hegt aber vor allem in der
Möglichkeit, Rasterdaten mit Vektordaten kombinieren und Ergebniskarten erstellen
zu können.
SNAP
Die Open Source Software SNAP der ESA ist abgestimmt auf die Verarbeitung
von Sentineldaten. Die SNAP-Software-Plattform setzt sich zusammen aus der
Sentinel-1-, Sentinel-2-, Sentinel-3- und SMOS 1 -Toolbox. Folgende Hauptfeatures
werden auf der SNAP-Homepage aufgeführt:
• Sehr schnelle Bildanzeige und Navigation auch bei Giga-Pixel-Bildern
• Graph Processing Framework (GPF): zur Erstellung benutzerdefinierter
Verarbeitungsketten
• Ebenenverwaltung ermöglicht das Hinzufügen und Bearbeiten neuer Overlays,
wie z.B. Bilder anderer Bänder, Bilder von WMS-Servern oder ESRI-Shapefiles
• Umfangreiche Region-of-Interest (ROI) Definitionen für Statistiken und
verschiedene Diagramme
• Einfache Bitmaskendefinition und -Überlagerung
• Flexible Bandarithmetik unter Verwendung beliebiger mathematischer Ausdrücke
• Exakte Reprojektion und Orthorektifikation zu gängigen Kartenprojektionen
• Geokodierung und Entzerrung mit Hilfe von Bodenkontrollpunkten
1 Soil Moisture and Ocean Salinity