3-5 ERMITTLUNG UND MONITORING VON SENDAI INDIKATOREN
3.5 ERMITTLUNG UND MONITORING VON SENDAI INDIKATOREN
Fabian Lözv 1 & Michael Judex 1
1 Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Bonn, Deutschland
ZUSAMMENFASSUNG
Das Sendai-Rahmenwerk der Vereinten Nationen formuliert sieben Ziele, um
bis 2030 die Katastrophenrisiken und Verluste jeglicher Art weltweit zu mi
nimieren. Zur Messung des globalen Fortschritts bei der Umsetzung des
Sendai-Rahmenwerks wurden 38 Indikatoren identifiziert. Mit dem Projekt
„Ermittlung und Monitoring von Sendai-Indikatoren mit Copernicus und
Satellitenfernerkundung in Deutschland" (Cop4Sen) möchten wir Verfahren
entwickeln, mit denen künftig flächige Daten für die Erfassung von Sendai-
Indikatoren aus Fernerkundungsdaten verwendet werden können.
EINLEITUNG
Zur Reduzierung globaler Katastrophenrisiken verabschiedeten die Vereinten
Nationen auf der dritten Weltkonferenz der Vereinten Nationen zur Reduzie
rung von Katastrophenrisiken (2013-2030) am 15. März 2015 im japanischen
Sendai das „Sendai Framework for Disaster Risk Reduction". Dieses Sendai-
Rahmenwerk ist der internationale Bezugspunkt für die Katastrophenvorsorge
und konzentriert sich auf ein umfassendes Risikomanagement, mit dem zielge
richtete Initiativen und Maßnahmen ergriffen werden sollen, um Risiken und
negative Auswirkungen von z. B. Hochwasser-Ereignissen implementieren und
Verluste durch Katastrophen reduzieren zu können. Dafür ist eine transparente
und international vergleichbare Überprüfung der Zielerreichung erforderlich,
weshalb ein neues System von quantifizierbaren Indikatoren entwickelt wurde,
um weltweit einheitlich den Status und die Fortschritte darstellen, vergleichen
und bewerten zu können 5 . In Deutschland wird zum jetzigen Zeitpunkt jedoch
keiner dieser Indikatoren direkt gemessen. Hier beschreiben wir, wie wir mit
dem Vorhaben Cop4Sen 6 die Potentiale von Copernicus für die Erfassung der
Sendai-Indikatoren untersuchen wollen.
ZIELE DES SENDAI-RAHMENWERKS
Im Sendai-Rahmenwerk wurden sieben globale Zielvorgaben vereinbart (UNIS-
DR 2015), um die weltweiten Fortschritte bei der Umsetzung des Rahmenwerks
durch zielspezifische Indikatoren messbar (Assembly 2016) und in einem regel
mäßigen Bericht, dem „Sendai Monitor", sichtbar zu machen. Zu den Zielen
zählen unter anderem die Reduktion der Anzahl von Todesopfern durch Kata
strophen, die Reduktion wirtschaftlicher und infrastruktureller Schäden sowie
der Ausbau der internationalen Kooperation im Bereich Katastrophenvorsorge.
Zudem setzt das Sendai-Rahmenwerk vier Handlungsprioritäten fest, darunter
die Schaffung eines besseren Verständnisses von Katastrophenrisiken und die
Verbesserung der Katastrophenvorsorge (siehe Abbildung 3.9).
5 https://www.preventionweb.net/drr-framework/sendai-framework-monitor/indicators
6 Cop4Sen wird für 30 Monate im Rahmen der nationalen Copernicus-Aktivitäten des BMVI über
den Projektträger DLR-RFM gefördert (Förderkennzeichen: 50EW1705).