3-3 TRUBUNGSMONITORING AN BUNDESWASSERSTRASSEN 35
METHODE
Seit 1965 wird die Schwebstoffkonzentration entlang der Bundeswasserstraßen
mit Hilfe der Entnahme von Schöpfproben mit anschließender Filtrierung be
stimmt. Inzwischen wird diese manuelle und personalaufwändige Probennah
metechnik sukzessive durch Umstellung auf automatisierte Trübungssonden
ersetzt. So werden heutzutage an rund 100 In-situ-Messstationen (mit einer
wachsenden Anzahl an automatisierten Trübungsstationen) kontinuierliche Da
tenreihen zu Schwebstoffkonzentrationen und -frachten ermittelt.
c
3
Da es in einem
Fluss innerhalb kur
zer Zeit zu starken
Schwankungen der
Trübung kommen
kann, spiegeln
sich diese großen
Variationen in den
Zeitserien von
Trübungssonden
wieder. Bei Satelli
tenbildern werden
diese flächigen
Variationen direkt
als flächige Muster
sichtbar.
Abb. 3.6: Hier wird am Beispiel einer Sentinel-2-Szene der Moselmündung vom
07.06.2016 ein kalibriertes Rasterbild (Geotiff, oben) und ein Längsprofil (un
ten) gezeigt. Die flächenhaften Daten zeigen anschaulich, dass die Mosel zu
diesem Zeitpunkt eine deutlich höhere Trübung aufwies als der Rhein, und
dass die Wasserkörper der beiden Flüsse auch nach Zusammenfluss noch
über Kilometer unterscheidbar bleiben.
Das kombinierte Wissen über zeitliche und räumliche Prozesse im Gewässer
ist von großer Bedeutung für die Systemkenntnis der Schwebstoffführung, das