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Full text: Copernicus für das Umweltmonitoring

AKTUELLE ANWENDUNGEN VON KMU UND BEHÖRDEN 
3.3 SATELLITENUNTERSTÜTZUNG FÜR DAS TRÜBUNGSMONITORING AN 
BUND ES WASSERSTRASSEN 
Björn Baschek 1 , Tobias Brehm 1 , Axel Winterscheid 1 
1 Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz, Deutschland 
ZUSAMMENFASSUNG 
Die Trübung von Gewässern ist ein wichtiger Indikator für Schwebstofffracht 
und Gewässergüte. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) hat im Pro 
jekt „Satellitendaten für das behördliche Gewässermonitoring von Chloro 
phyll und Trübung" (WasMon-CT) anhand von Satellitenbildern von Landsat 
7, Landsat 8 und Sentinel-2 die flächenhafte Verwendung von Trübungsda 
ten an Bundeswasserstraßen praxisreif gemacht. Ergebnis war die Erzeu 
gung, Validierung und Kalibrierung satellitengestützter, flächenhafter Trü 
bungsdaten und ihre Aufbereitung zu Beispielprodukten. Mit den Verfahren 
können nun an der BfG flächige Daten zur Beantwortung von besonderen 
Fragestellungen und zur gemeinsamen Nutzung mit dem bundesweiten In- 
situ-Trübungsmessnetz an Bundeswasserstraßen verwendet werden. 
EINLEITUNG 
Als Bestandteil der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie ist die Trübung ein 
wichtiger Wasserqualitätsparameter zur Bestimmung des ökologischen Zustan 
des von Gewässern. Zudem wird die Trübung oft stellvertretend für Schweb 
stoffkonzentrationen beobachtet. Schwebstoffe (als z. B. Träger von Schadstof 
fen) sind jedoch nicht nur ein ökologischer Faktor - sie haben auch eine große 
Bedeutung für das Management von Sedimenten und Baggergut an Wasser 
straßen. So sind Fragen nach der Verteilung von Schwebstoffen, ihren Quellen 
und Senken, die Entwicklung von Schwebstofffrachten im Längsschnitt eines 
Gewässers oder auch die Eingangsfrachten in Ästuare für das Sedimentmana 
gement von großem Interesse. 
Allein durch punktuelle In-situ-Messungen - der bisherigen Methode zur Er 
hebung der Schwebstoffkonzentration entlang der Bundeswasserstraßen - kön 
nen diese Fragen jedoch nicht beantwortet werden. So werden die In-situ-Daten 
zwar kontinuierlich erhoben; auf größere Gebiete sind sie aber nur schwer über 
tragbar. Hier können optische Satellitendaten aushelfen, die zwar nicht konti 
nuierlich verfügbar sind, dafür aber bei Tageslicht und wolkenfreiem Himmel 
wertvolle Daten über die Verteilung von Schwebstoffen in der Fläche liefern 
und entsprechend großräumig ausgewertet werden können. 
Hier beschreiben wir, wie wir diese Herausforderung im Verbundprojekt „Sa 
tellitendaten für das behördliche Gewässermonitoring von Trübung und Chlo 
rophyll" (WasMon-CT 3 ) durch die Implementierung von Satellitendaten in das 
Trübungsmonitoring von Fließgewässern überwunden haben 4 . 
3 Gefördert im Rahmen der deutschen Copernicus-Aktivitäten des BMVI über den Projektträger 
DLR-RFM; Förderkennzeichen: 50EW1510 
4 Parallel wurde in dem Projekt ein Chlorophyll-a-Monitoring am Institut für Seenforschung (ISF) 
der Landesanstalt für Umwelt und Naturschutz Baden Württemberg (LUBW) vorbereitet
	        
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