3-2 SATELLITENGESTÜTZTES KLIMAFOLGENMONITORING IN THÜRINGEN
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trittstermine für die phänologische Phase 'Erstblüte' des Busch-Windröschens
(grün). Hohe Abweichungen (orange-rot) sind auf spektrale Einflüsse von Na
delwäldern im südlichen Thüringen zurückzuführen, in denen das Busch-Wind
röschen selten bis gar nicht vorkommt (siehe Abbildung 3.5).
AUSBLICK
Derzeit ist die Prozesskette für die Bearbeitung der Satellitendaten an den US-
amerikanischen Sensor MODIS (Moderate resolution Imaging Spectroradiome-
ter) angepasst, da hier eine Zeitreihe seit dem Jahr 2000 vorhanden ist. In Zu
kunft wird die Datenanalyse auf Basis von Sentinel-3-Daten erfolgen, die aller
dings erst seit 2017 als jährliche Zeitreihe vorliegen. Die Vorteile der Nutzung
der Daten der Sentinel-Flotte liegen aus unserer Sicht auf der Hand:
• Die räumliche (300 m), spektrale (21 Kanäle) und zeitliche Auflösung (ca.
zwei Tage) der zwei baugleichen Sentinel-3-Satelliten (A/B) erlauben es,
aktuelle Informationen für ganz Thüringen in kurzen Zeitabständen zu
extrahieren.
• Die langfristige Perspektive für ein satellitengestütztes Monitoring (Be
trieb der Sentinel-Flotte aktuell bis mind. 2031 geplant). An der zweiten
Generation der Sentinels wird bereits gearbeitet, was gleichbleibende, ob
jektive Standards über einen längeren Zeitraum garantiert.
• Der einfache Datenabruf erfolgt über verschiedene Plattformen
(ESA Science Hub, CODE-DE und andere „Data and Information Access
Services" (DIAS)).
• Jetzt und in Zukunft werden die Satellitendaten kostenfrei zur Verfügung
gestellt.
Um die Qualität der Modellierung von Phänophasen zukünftig zu verbes
sern, sollen zusätzlich zu den phänologischen Beobachtungen des DWD Er
hebungen aus den Bürgerwissenschaften (Citizen Science) mit einfließen. Im
Verlauf des Vorhabens erfolgten erste positive Tests mit der kostenfreien App
„MySeasons" (Eberle u. a. 2016).
PROJEKTERFAHRUNGEN
Um Überraschungen zu vermeiden, ist es ratsam, sich rechtzeitig vor dem Pro
jektstart über die benötigten Speicher-/Hardwarekapazitäten für die doch sehr
umfangreichen Satellitendaten zu informieren und die Ressourcen für den lang
fristigen Betrieb und die Pflege eines Dienstes rechtzeitig in der Planung zu
berücksichtigen. Auch kann man sich Verzögerungen im Projektablauf erspa
ren, wenn der Abschluss von Datennutzungsvereinbarungen zwischen den Ver
bundpartnern und/oder externen Institionen bereits vor Projektbeginn erfolgt.
Zudem lieferte uns die intensive Kommunikation mit potentiellen Nutzerin
nen und Nutzern sehr wertvolle Hinweise und Anregungen für die Projektbe
arbeitung.
Korrespondenz: Oliver.Bauer@tlug.thueringen.de