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AKTUELLE ANWENDUNGEN VON KMU UND BEHÖRDEN
Eiskante, (2) die Reduzierung auf einen kleinen, vom Benutzer definierten Kar
tenausschnitt oder (3) die Reduzierung der Auflösung eines Satellitenbildes.
ENTWICKLUNGEN NEUER PRODUKTE ANHAND VON COPERNICUS DATEN
Von sehr großem Wert für die Entwicklung des Eisservices von Drift+Noise
sind die Aufnahmen des Radarsatelliten Sentinel-i. Die zwischen 10 und 30
m aufgelösten Bilder sind unabhängig von Sonnenlicht, Bewölkung und Nebel.
Ein geübter Eisanalyst kann auf diesen Bildern sogar etwas über den Eistyp in
Erfahrung bringen. Die grösste Schwierigkeit liegt jedoch in der korrekten In
terpretation der Radarbilder. Darüber hinaus greifen wir aber auch auf optische
Fernerkundungsprodukte der NASA, auf Daten über die Eiskonzentration von
der japanischen Weltraumbehörde und auf operationeile Wettermodelle wie
das ICON-Modell des Deutschen Wetterdienstes zurück. Aus all diesen Daten
entwickeln wir neue Produkte und Konzepte, um den Informationsgehalt für
eine sichere Navigation im Eis zu erhöhen. Zwei Beispiele seien hier erwähnt.
Projekt priima Viele Akteure benötigen die Informationen und Vorhersa
gen zum Zustand des Eises in Echtzeit und am besten in der Auflösung eines
Satellitenbildes. Die Vorhersagemodelle, die CMEMS 1 operationeil anbietet, ha
ben jedoch nur eine Auflösung von 12.5 km, was sehr viel geringer ist. Hinzu
kommt, dass Meereis einer ständigen Drift unterliegt, und somit jede Eisinfor
mation, die aus einem Satellitenbild abgeleitet wurde, schon veraltet ist, sobald
sie die Nutzenden erreicht. An dieser Stelle setzt das ESA-Kickstart Projekt PRI
IMA (Predictive Ice Images) an und verbindet Sentinel-i Radarbilder mit dem
TOPAZ-Eisvorhersagemodell, um eine Animation des Radarbildes in die Zu
kunft zu erzeugen (siehe Abbildung 3.2). Dies ist vergleichbar mit einer Kurz
prognose für den Niederschlag, die viele WetterApps heutzutage anbieten.
Abb. 3.2: Das Gebiet um die Hinlopen Strait im östlichen Svalbard Archipel ist ein
Flaschenhals für die Expeditionskreuzfahrt. Die Abbildung zeigt ein Sentinel-
1 Radarbild, auf dem deutliche Packeisfelder zu erkennen sind. PRIIMA stellt
in einer Animation dar, in welche Richtung das Eis höchstwahrscheinlich
treiben wird.
1 Copernicus Marine Environment Monitoring Service