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Volltext : Copernicus für das Umweltmonitoring

AKTUELLE  ANWENDUNGEN  VON  KMU  UND  BEHÖRDEN

3-1  EFFIZIENTE  NAVIGATION  IM  EIS
Lasse  Rabenstein 1
1  Drift+Noise  GmbH,  Bremen,  Deutschland
ZUSAMMENFASSUNG
In  Arktis  und  Antarktis  sind  Fernerkundungsdaten  oft  die  einzige  Quelle  der
für  die  Seeschifffahrt  essenziellen  Informationen  über  den  aktuellen  Zustand
des  Eises  und  der  Eisdrift.  Auf  Basis  von  u.  a.  Copernicus  Erdbeobachtungsdaten ­
  entwickelt  das  Start-up  Drift+Noise  GmbH  Dienstleistungen  für  die
Verbesserung  der  Eisinformationen  an  Bord  von  Schiffen.

EINLEITUNG
Durch  den  klimawandelbedingten  Rückgang  des  arktischen  Meereises  wird  das
für  die  maritime  Wirtschaft  interessante  jahreszeitliche  Fenster  mit  geringerer
Eisbedeckung  zusehends  größer.  Nordost-  und  Nordwestpassage  sind  länger
befahrbar  und  können  somit  als  kürzere  Seewege  genutzt  werden,  und  der  Abbau ­
  von  Rohstoffen  in  der  Arktis  wird  leichter.  Um  die  Risiken  der  zunehmenden, ­
  wirtschaftlichen  Aktivitäten  für  das  arktische  Ökosystem  zu  minimieren,
hat  die  International  Maritime  Organization  zum  1.  Januar  2017  den  POLARCODE ­
  in  Kraft  gesetzt.  Dieser  setzt  das  Vorhandensein  von  aktuellen  Eisinformationen ­
  an  Bord  eines  Schiffes  voraus.  Als  Quelle  dieser  für  die  Schifffahrt
essenziellen  Informationen  über  den  Zustand  des  Eises  kommen  in  den  Polargebieten ­
  häufig  nur  Fernerkundungsdaten  in  Frage.  Hier  beschreiben  wir,
welche  Erfahrungen  wir  als  KMU  mit  der  Nutzung  der  durch  das  Copernicus
Programm  kostenfrei  zur  Verfügung  gestellten  Erdbeobachtungsdaten  gemacht,
und  wie  wir  sie  in  nutzerfreundliche  Anwendungen  implementiert  haben.
Bis  in  die  Nullerjahre  hinein  wurden  nur  einzelne  Aktivitäten  in  den  Polargebieten ­
  mit  tagesaktuellen  Satellitenbildern  unterstützt.  Dies  lag  daran,  dass
die  Bilder  mit  Preisen  von  mehr  als  3.000  USD  pro  Satellitenszene  zu  kostspielig ­
  waren  und  grundsätzlich  nur  bestimmte  Nutzergruppen  Zugang  zu  solchen
Daten  hatten  (Militär,  Wissenschaft).  Diese  Situation  hat  sich  durch  das  Copernicus ­
  Programm  grundlegend  geändert,  da  der  Allgemeinheit  nun  nicht  nur
Satellitenbilder,  sondern  auch  Modellergebnisse  und  In-situ-Daten  kostenfrei
zur  Verfügung  gestellt  werden.  So  bietet  der  Copernicus  Marine  Environmental
Monitoring  Service  (CMEMS)  bereits  auch  eine  Fülle  von  operationellen  Eisinformationen ­
  wie  z.  B.  grob  aufgelöste  Eisvorhersagen  über  die  Konzentration,
Drift  und  Eisdicke.
Die  Schwierigkeit  liegt  aber  darin,  dass  all  diese  Daten  in  den  Arbeitsprozess ­
  an  Bord  eines  Schiffes  integriert  werden  müssen.  Diese  Lücke  zwischen
Datenverfügbarkeit  und  Datenintegration  führte  zur  Gründung  des  Bremer
Start-ups  Drift+Noise  Polar  Services  (www.  d  riftnoise.  com)  und  steht  damit  exemplarisch ­
  für  die  Gründung  eines  neuen,  serviceorientierten  Unternehmens,

Die  Drift+Noise
GmbH  wurde  2014
aus  einer  Helmholtz
Enterprise  Initiative
als  Ausgründung
des  Alfred  Wegener
Instituts  gegründet
und  hat  Ihren  Sitz
in  Bremen.  Zu  ihren
Kunden  gehören
Unternehmen  aus
der  Expeditionskreuzfahrt ­
  wie
Hapag-Lloyd  Cruises ­
  oder  Behörden
wie  der  Australian
Antarctic  Service.

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