Meilensteine für den maritimen Umweltschutz 41
die zusammen gut 65,18 Prozent der
weltweiten Handelstonnage abdecken.
(Stand: 4. November 2017)
Schiffe müssen zukünftig Standards
einhalten, die verhindern, dass mit dem
Ballastwasser fremde Organismen in die
Gewässer eingebracht werden. Rund
32000 bis 40000 Schiffe weltweit kommen
für eine Nachrüstung mit Ballastwas
ser-Behandlungssystemen in Frage. Um
Konsistenzprobleme mit US-Anforderun-
gen zu vermindern, wurde auch die
sogenannte G8-Guideline des Ballastwas
ser-Übereinkommens eingehend überar
beitet. Maßnahmen, die das BSH aus
seiner praktischen Erfahrung im Rahmen
der Zulassung von Ballastwasser-Behand
lungsanlagen gefordert hat, wurden in der
Richtlinie umgesetzt. Systeme zur Ballast
wasserbehandlung, die nach dem 28. Ok
tober 2020 installiert werden, unterliegen
der neuen Richtlinie. Mittlerweile gibt es
auch erste US-Zulassungen. Bis zum
8. September 2024 müssen alle Schiffe
den sogenannten D-2 Standard erfüllen,
der grundsätzlich nur durch den Einbau
eines entsprechenden Ballastwasser-Be
handlungssystems an Bord eingehalten
werden kann. Auch die Einhaltung des
Ballastwasser-Übereinkommens muss
überwacht werden. Effiziente Verfahren,
mit denen das behandelte Ballastwasser
der Schiffe schnell und zuverlässig
beprobt und analysiert werden kann, sind
notwendig. Das BSH hatte 2012 einen
Wettbewerb zur Entwicklung entsprechen
der Instrumente ausgeschrieben. Die
Industrie entwickelte daraufhin verschie
dene Analysesysteme und Beprobungsin-
strumente. In einem weltweit ersten
Projekt (Reliability of Ballast Water Test
Procedures - ReBaT) wurde daraufhin auf
Initiative des BSH auf dem Forschungs
schiff Meteor getestet, wie aussagekräftig
und anwenderfreundlich die analytischen
Methoden und Probenahmevorrichtungen
für Ballastwasser im Schiffsbetrieb tat
sächlich sind. Sogenannte indikative
Analysesysteme, zum Beispiel Geräte, mit
denen die Photosynthese-Aktivität von
Organismen gemessen und direkt in
Organismenzahlen umgerechnet wird,
sehen die Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler grundsätzlich als vielver
sprechende Systeme an. Die Instrumente
sind so einfach zu handhaben, dass sie
nach weiterer Entwicklung und Validie
rung im Rahmen der Hafenstaatkontrolle
eingesetzt werden können.
Darüber hinaus wurde auch festgestellt,
dass es sehr wichtig ist, sowohl Probe
nahmegeräte als auch Analysesysteme zu
validieren, um eine Vergleichbarkeit der
Ergebnisse sicher zu stellen. Dies zu
erreichen, ist Ziel des neuen BSH-Projek-
tes „BAQUA - Ballastwater Test Quality
Assurance“, in dem eine Ringtestanlage
zur Validierung von Testinstituten und
Methoden entwickelt wird. Der Prototyp
steht bereits zur Verfügung und wird in
einem nächsten Schritt auf seine Anwend
barkeit hin untersucht.
Entleeren der Ballasttanks
^ V? im Zielhafen
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voller
Laderaum
/
leere Ballastanks
während der Fahrt