40 Meilensteine für den maritimen Umweltschutz
Nord- und Ostsee werden Stickoxid-
Emissionsüberwachungsgebiet (NECA)
In der gleichen Sitzung des Meeresum
weltausschusses Im Oktober 2016 wurden
auf Antrag der Anrainerstaaten die Nord-
und Ostsee und der Englische Kanal als
Nitrogen Emission Control Areas (NECA),
als Emissionsüberwachungsgebiet für
Stickoxide, ausgewiesen. Ab dem 1. Ja
nuar 2021 wird der schärfere Tier Ill-Stan-
dard für neue Schiffe gelten. Damit
werden die Stickoxid-Emissionen über
Nord- und Ostsee spürbar zurückgehen.
Stickoxid-Emissionen führen gemeinsam
mit bodennahem Ozon und Feinstaub zu
beträchtlichen Luftverschmutzungen mit
gesundheitlichen Folgen für Menschen
und erheblichen Auswirkungen auf die
Umwelt durch Überdüngung (Eutrophie
rung) der Meere und des Bodens. Die mit
der Einrichtung der NECA wirksam
werdenden Grenzwerte der dritten Stufe
(Tier III- Reduktion der Stlckoxld-Emlsslo-
nen um 80 Prozent gegenüber dem
derzeitigen Stand) für Stlckoxld-Emlsslo-
nen aus Schiffsmotoren gelten für Schiffe,
die ab dem 1. Januar 2021 neu gebaut
werden. Für Bestandsschiffe gelten
weiterhin die bestehenden Regelungen
aus MARPOL Anlage VI, die Tier Il-Rege-
lungen (Grenzwert zwischen 7,7 und
14,4 g/kWh).
Die Reduktion der Stickoxid-Emissionen
der Schifffahrt soll dazu beitragen, dass
die Überdüngung der Meere und des
Bodens zurückgeht, aber sie wird das
Problem nicht beseitigen. Nach wie vor Ist
die Landwirtschaft der größte Einträger
von Stickstoff In den Boden und damit
auch In Flüsse und Meere.
Der Tier 111-Standard kann unter anderem
mit Hilfe von Systemen zur Abgasrückfüh
rung und mit SCR-Katalysatoren oder
durch alternative Kraftstoffe wie Flüssi
gerdgas (LNG) eingehalten werden. Ein
Weg, den das BSH mit dem Neubau
seines Vermessungs-, Wracksuch- und
Forschungsschiffes ATAIR beschreitet.
Das BSH wird die Technik, die für die
Überwachung der Schwefeloxldemlsslo-
nen entwickelt wurde, zukünftig auch für
die Überwachung der Stlckoxld-Emlsslo-
nen elnsetzen können.
Ballastwasser-Übereinkommen tritt in
Kraft
2017 war es soweit: Nach langem diplo
matischen Ringen trat das Ballastwas
ser-Übereinkommen, das Internationale
Übereinkommen von 2004 zur Kontrolle
und Behandlung von Ballastwasser und
Sedimenten von Schiffen am 8. September
2017 In Kraft. Finnland hatte das Überein
kommen Anfang September 2016 ratifiziert,
die Urkunde wurde am 8. September 2016
bei der IMO hinterlegt. Insgesamt haben
59 Staaten das Übereinkommen ratifiziert,