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Full text: Jahresbericht 2016-2017 - Über Wasser - Unter Wasser : Offshore-Windenergie und Wracksuche in Nord- und Ostsee

26 Fundstücke - Wracksuche in Nord- und Ostsee 
Können Sie einen Wracksucheinsatz beschreiben? 
Am 8. November 2016 gehen zwei Fundamentpfähle für Offshore Windkraftanlagen auf 
einem Transport von einer Barge östlich von Rügen verloren. Die DENEB wird daher von 
den Vermessungsarbeiten In der Mecklenburger Bucht abgezogen und ins Suchgebiet 
geschickt. 
Zur Eingrenzung des Suchgebietes berechneten die Vorhersagedienste des BSH Drift 
modelle für Einbringungszeltpunkt und -positlon. Ebenfalls bereitgestellt wurden die 
Daten vom „Automatischen Identifikationssystem“ des Schleppers (AIS-Tracks) der Ver 
kehrszentrale und Daten von den Fundamentpfählen. 
Am folgenden 9. November 2016 sucht die DENEB von 07.30-16.30 Uhr. Der erste Pfahl 
wird schnell mit dem Seitensichtsonar gefunden und eindeutig Identifiziert. Mittels 
Fächerlot wird die erste Fundstelle vermessen, um eine genauere Tiefen- und Lageinfor 
mation zu erhalten. Das Objekt liegt flach auf dem Grund und ragt fast fünf Meter heraus. 
In der Umgebung Ist es zwischen 30 und 40 Meter tief. 
Die Pfähle sind 24 Meter lang, falls der zweite Pfahl senkrecht Im Grund steckt, könnte er 
die Schifffahrt unmittelbar gefährden. 
Die Suche wird nachmittags weiter ausgedehnt. Gegen 16.00 Uhr wird der zweite Funda 
mentpfahl mittels Echolot gefunden. Die Untersuchung erfolgt dann mittels Seltensicht 
sonar, Fächerlot und Vertikallot. 
Nach der Bekanntgabe aller Informationen an das BSH und das Wasserstraßen- und 
Schifffahrtsamt beendet die DENEB diesen Wracksucheinsatz und tritt die Fahrt In Rich 
tung Rostock an. 
Warum untersucht das BSH bekannte Wracks wiederholt? 
Viele Wracke verändern sich und Ihre Lage Im Laufe der Zelt. Sehr oft entstehen soge 
nannte Kolke Im Meeresboden. Diese Löcher oder Kuhlen werden durch Strömungen 
verursacht. Häufig rutschen Wracke In diese Kolke hinein. Dabei können sie sich aufrich 
ten oder auseinanderbrechen. Masten, Aufbauten oder Spanten ragen dann weit nach 
oben und das Objekt Ist gefährlicher als vorher. Die geringste Tiefe muss neu ermittelt 
werden. 
In selteneren Fällen „wandern“ Wracks bei Hanglagen und Strömungen auch am Meeres 
boden entlang und verändern ihre Position. 
Auch der Zerfallsprozess der Objekte erfordert es, In gewissen Abständen die Wracks zu 
kontrollieren.
	        
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