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Full text: Jahresbericht 2016-2017 - Über Wasser - Unter Wasser : Offshore-Windenergie und Wracksuche in Nord- und Ostsee

Die Maritime Wirtschaft 19 
Am 6. Mai 1966 brachte ein amerikani 
scher Frachter die ersten Container nach 
Deutschland. Mit 255 dieser Stahlboxen 
einheitlicher Größe war die „MS Fairland“ 
beladen, als sie in den damaligen Bremer 
Überseehafen einlief. Die Ankunft mar 
kierte ein neues Zeitalter in der Fracht 
schifffahrt und verhalt auch den deut 
schen Reedereien zu neuer Blüte. Heute, 
rund 50 Jahre später, hat sich die Situa 
tion geändert. Nach Eigentum betreiben 
deutsche Reeder noch immer die weltweit 
größte Containerschiffsflotte der Welt, die 
deutsche Handelsflotte ist die viertgrößte 
der Welt. Das Umfeld in der Frachtschiff 
fahrt ist jedoch extrem schwierig. Die 
Frachtschifffahrt erlebt eine Krise, wie es 
sie seit dem Zweiten Weltkrieg und den 
sechziger Jahren nicht mehr gab, gekenn 
zeichnet von Überkapazitäten an Trans 
portraum und niedrigen Frachtraten. Nach 
wie vor werden große Warenströme rund 
um den Globus transportiert. Sie nehmen 
kontinuierlich zu. Es besteht jedoch 
weiterhin ein Überangebot an Schiffs 
raum. Aber erst bei einer Auslastung von 
rund 90 Prozent rentiert sich zum Beispiel 
ein Containerschiff. 
Schiffbau und Meerestechnik sind der 
Kern der maritimen Wirtschaft 
Schifffahrt ist ein Bereich der maritimen 
Wirtschaft. Den Kern dieses Wirtschafts 
zweiges, der mit rund 75 Milliarden Euro 
Umsatz (Anmerkung: inklusive Häfen und 
Logistik - die fehlen in den Zahlen der 
Druckvorlage 18/11725) zur deutschen 
Wirtschaftsleistung beiträgt, bilden 
Schiffbau und Meerestechnik. Dazu 
gehören alle industriellen Fertigungen und 
die damit verbundenen Dienstleistungen. 
Werften, Systemanbieter, Hersteller von 
Komponenten, Einrichtungen und Zube 
hör sowie technische und betriebswirt 
schaftliche Dienstleistungsunternehmen 
arbeiten in diesem Markt. Die gesamte 
Branche umfasst rund 2800 Unternehmen, 
Einrichtungen und Institutionen. Die 
Bandbreite reicht von spezialisierten 
Hoch- und Fachhochschulen über Einrich 
tungen der Grundlagen- und angewand 
ten Forschung sowie weiteren Dienstleis 
tungsanbietern über Hersteller von 
Material, Komponenten und Systemen bis 
hin zu den Werften, die heute die Rolle 
der Systemintegratoren übernommen 
haben. Werften sowie die Maschinen- und 
Anlagenbauer zählen insgesamt rund 
500 Unternehmen mit zirka 80000 Be 
schäftigten und einem Jahresumsatz von 
rund 18 Milliarden Euro. 
Das Statistische Bundesamt verzeichnet 
rund 60 Schiff- und Bootsbaubetriebe in 
Deutschland mit mindestens 50 Beschäf 
tigten pro Unternehmen. Deren Band 
breite reicht vom Neubau ziviler Schiffe 
über Marineschiffbau, Boots-, Yacht- und 
Binnenschiffbau, Reparaturen und Um 
bauten bis zur Herstellung von Plattformen 
und Anlagen für die Offshore-Industrie. 
Die Belegschaften der Betriebe umfassen 
über 18000 Beschäftigte. Der gesamte 
Umsatz belief sich 2016 auf 5,1 Milliarden 
Euro. Der Exportanteil beträgt 65 Prozent. 
Die Zahlen für 2017 lagen zum Abschluss 
des Berichtes noch nicht vor. 
Die maritime Industrie ist neben den 
Küstenregionen in den zentralen Indust 
riestandorten in Baden-Württemberg, 
Bayern und Nordrhein-Westfalen angesie 
delt. Rund zwei Fünftel des Gesamtwertes 
eines Schiffes steuern klassische Maschi 
nen- und Anlagenbauer bei, darunter viele 
der großen und bekannten deutschen 
Industrieunternehmen, deren maritimes 
Geschäftsfeld nur ein Randprodukt des 
Gesamtportfolios darstellt und daher nicht 
immer sichtbar ist. Ebenso dazu gehören 
Produzenten von Materialien wie Stahl und 
anderen Metallen, von Farben und Lacken 
bis zu Verbrauchsmaterialien, Dienstleis 
tungen, angefangen von Klassifikations 
gesellschaften bis hin zu Gerüstbauern 
sowie unterschiedlichste handwerkliche 
Gewerke, unter denen sehr viele regionale 
Anbieter zu finden sind.
	        
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