Schlenzka: Wissenschaftl. Forschungen. auf d. Ausreise S. M. S, »Möwe« nach Südwestafrika usw. 11
auch in’ dem ‘hisher unausgelöteten Zwischenstück in gleicher Schärfe wie:west:
lich und Östlich davon ausgeprägt ist. Wie gewaltig das in den. Küstenschelf
eingeschnittene: unterseeische. Tal. des‘ Kongo ist, läßt. eine drei verschiedene
Schnitte wiedergebende Skizze (Fig. 3) erkennen. . Der obere Teil zeigt die Rinne
der besseren Anschaulichkeit wegen in zehnfacher Übertiefung, und zwar stellt
die ausgezogene Linie einen Schnitt in 15 Sm Abstand von. Land dar, die
punktierte in 25 Sm. und. die gestrichelte in 35 Sm Abstand. Nördlich und süd-
lich des Einschnitts haben.wir auf dem Schelf Tiefen von nur.50 m, während
die Bodentiefe in der Rinne. 950 m beträgt. Das bedeutet. bei der. nur 4 Sm
betragenden Breite wenigstens auf der südlichen Seite der Rinne stellenweise einen
Böschungswinkel von über 22°. ‘Das Gefälle von. den. Gipfeln des Berner Ober-
landes nach Bern erfolgt in: einem Winkel von durchschnittlich 4!1/,°.° Aus
Fig. 4.
Die unterseeische Talrinne des Kongo.
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diesem Vergleich erhellt die enorme Steilheit der Abhänge in der Kongorinne.
Noch in 35 Sm Abstand von‘ Land, wo die etwa in nordwestlicher Richtung in
den Ozean hinausstrebende .Talfurche bereits 9 Sm breit ist, fanden wir nach
unsern Lotungen Steigungswinkel von 8°. Der untere Teil gibt die natürlichen
Größenverhältnisse wieder,. aber auch er veranschaulicht schon. genügend die
Mächtigkeit der Rinne... Die von uns in der Rinne.gemessenen Bodentemperaturen
betrugen fürrund 800m 5,2°, für. 1000 m 4.4° und für 1200 m 4.0° C. Besonders
starker Strom wurde nicht festgestellt entgegen den früheren Erfahrungen von
»Panther« und »Sperber«, Zu berücksichtigen ist dabei aber, daß wir unsere
Lotungen eben vor Beginn der Regenzeit ausführten, Eine kleine, von Professor
Schott zusammengestellte Übersichtsskizze (Fig. 4) mit den . eingezeichneten
Isobathen dürfte schließlich -die Richtung und Ausdehnung der Kongorinne am
einfachsten erläutern, In 70 Sm Entfernung von der Küste ist danach der Ein-
schnitt noch deutlich erkennbar,
Schon während der Lotungen vor dem Kongo hatten sich beim Kommandanten,
Korvettenkapitän Wodarz, Erscheinungen einer schweren Darmerkrankung, ein-
gestellt und nach dem Einlaufen in Banana stellte der Schiffsarzt bei ihm Typhus
fest. Da. in Banana wohl ein Hospital, aber nur: mangelhafte Frischverpflegung
vorhanden war, ging das Schiff nach vorher eingeholtem. Einverständnis. des
belgischen Gouverneurs den Kongo aufwärts nach Boma, um den Kommandanten
in das dortige große Regierungshospital auszuschiffen. Die Fahrt äuf dem Kongo