10 Monika Breuch-Montz im Gespräch
Vier Stichworte zum Thema Offshore-Windenergie?
Stichwort „Beitrag zur Energiewende“: Die Bundesregierung möchte den Anteil erneuer
barer Energien an der Stromerzeugung bis zum Jahr 2025 auf 40 bis 45 Prozent und bis
zum Jahr 2035 auf 55 bis 60 Prozent ausbauen. Dabei spielt die Offshore-Windenergie
eine wichtige Rolle.
Stichwort Systemwechsel: Die Art der Förderung im Erneuerbare-Energien-Gesetz wurde
am 1. Januar 2017 komplett umgestellt: Heute erhält nur das Unternehmen Im Rahmen
einer Ausschreibung den Zuschlag für eine Förderung und die Netzanbindung seines
Windparks in der Nordsee oder Ostsee, das die geringste staatliche Unterstützung ver
anschlagt.
Stichwort Voruntersuchungen: Das BSH wird in Zukunft für die Voruntersuchung der Flä
chen, die für Offshore-Wlndparks ausgeschrieben werden sollen, verantwortlich sein. Die
Unternehmen erhalten anschließend die Informationen zur Meeresumwelt, zum Bau
grund, Auswirkungen auf die Schifffahrt, zu den Wind- und ozeanographlschen Verhält
nissen, die sie für die Abgabe von Geboten In der Ausschreibung benötigen. Wir nutzen
dabei die engen Synergieeffekte, die das BSH mit seiner für eine Behörde einzigartigen
breiten Inhaltlichen Aufstellung ermöglicht.
Stichwort Neue Organisation: Das BSH bleibt weiterhin für die Zulassung und Überwa
chung von Offshore-Wlndparks in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ)
zuständig. Zukünftig erstellen wir einen Flächenentwicklungsplan, der für den Zeitraum
2026 bis 2030 festlegt, wann welche Flächen untersucht und versteigert werden bezie
hungsweise wann die Inbetriebnahme des Windparks auf der ersteigerten Fläche und die
Netzanbindung erfolgen soll. Und wir sind, wie gesagt, für die Voruntersuchungen ver
antwortlich. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, haben wir eine neue Abteilung ein
gerichtet, die wir In dem Jahresbericht auch vorstellen.
Das BSH ist eine Behörde. Wollen Sie irgendwann von einer Verwaltungsorientierung zu einer Dienstleistungsorientie-
rung kommen?
Diesen Anspruch haben nicht nur das BSH, sondern alle Behörden und das schon seit
längerem. Konkret haben wir zum Beispiel 2016 den Kundenservice der Deutschen Flag
genstaatverwaltung ausgebaut. Seit dem 1. April 2016 steht das BSH mit einer ständigen
Rufbereitschaft Reederinnen und Reedern, Seeleuten, Behörden und anderen Stellen In
Fachfragen und Notfällen unter der Rufnummer der Maritimen Hotline +49 (0) 403 190-
7777 rund um die Uhr zur Verfügung. Wir sind damit auch nachts und an Sonn- und Fei
ertagen erreichbar - also im 24/7-Dlenst. Fast 400 Anrufe erreichten Im ersten halben
Jahr unsere maritime Hotline, darunter Anruferinnen und Anrufer aus Ägypten, Luxem
burg, den Niederlanden, der Türkei und sogar aus Indien - und alle waren mit der Betreu
ung zufrieden!
Von analog zu digital?
Das ist das Thema der Jetzt-Zeit, mit dem wir tagtäglich arbeiten. Daten sind Grundlage
der Entwicklung zu Maritim 4.0 - der Verknüpfung der maritimen realen mit der maritimen