468 Die Kompensation fe von elektrischen Beleuchtungsanlagen erzeugten Deviation.
motorisclie Kraft des Dynamos, wie im gegebenen Palle, 55 Yolt beträgt.*)
Auf dem zweiten Elektromagneten sind etwa 60 Windungen 2,2 mm Kupferdralit
von möglichst geringem Widerstande (G es a m m t w i der st and der Drahfcwindungeu
etwa 0,013 Ohm) angebracht. Die Elektromagnete B und C können vermittelst
der Polschrauben PP mit der Dynamomaschine verbunden werden.
Die Eisenkerne der Elektromagnete haben bei der Länge von 50 mm
einen Durchmesser von 5 mm resp. 7 mm. Der Durchmesser des Eisenkerns fin
den Elektromagneten mit der dicken Wickelung darf nicht zu klein gewählt
werden, denn sonst würde man die von dem Elektromagneten ausgeübte magne
tische Kraft nicht proportional der angewandten Stromstärke annehmen dürfen.
Sollte eine Korrektion der Vertikalkräfte gewünscht werden, so mufs
im Rohre AA ein Elektromagnet mit gemischter Wickelung, d. h. einer dicken
und einer dünnen Wickelung, angebracht werden. Dementsprechend müssen
auch die Dimensionen des Eisenkernes l) 2 3 ) länger und dicker gewählt werden.
Dm die von den Dynamomaschinen erzeugte Deviation am leichtesten
aufzuheben ist es unumgänglich nöthig, dafs das Schiff fest auf einem Kurse
liegt und dafs man die Riehtkraft dieses Kurses kennt.
Man hebt bei der betreffenden Dynamomaschine, bei der die Kompen
sation vorgenommen werden soll die Verbindungen®) mit der Beleuchtungs
magistrale auf und läfst sie so arbeiten dafs im Nebenschlufs (shunt) dieselbe
elektromotorische Kraft, wie während der Beleuchtung entwickelt wird, dann
verbindet 4 S) ) man den Elektromagneten mit der dünnen Wickelung mit den Polen
der Dynamomaschine und sucht dann durch Verschieben den Ort zu bestimmen,
auf welchem der Elektromagnet die zur Zeit von der Dynamomaschine hervor
gerufene volle Deviation aufhebt. & ) Hiermit hat man fast die gesummte „be
ständige Kraft“ kompensirt.
Nun verbindet man die eine Polschraube P des Elektromagneten mit der
dicken Wickelung mit einem Pol, %, B. dem -]-Pol, der Dynamomaschine und
die andere Polschraube P des Elektromagneten mit dem vom -f Pol der
Dynamomaschine anslaufenden Magistralkabel, so dafs zwischen den Verbindungs
stellen etwa 3 bis 5m 6 ) Magistralkabel zu liegen kommt (Figur 4 Verbindungs
schema). Darauf läfst man die Dynamomaschine die größtmögliche Stromstärkö.
entwickeln, indem man alle Glühlampen in den Stromkreis einsöhaltet. Die
neu entstandene Deviation, d. h. die „veränderliche Kraft“ hebt man durch
das Verschieben des Elektromagneten (mit der dicken Wickelung), in ähnlicher
Weise, wie bei der „beständigen Kraft“ durch gleichzeitige Korrektion der
Riehtkraft und der Deviation auf.
Hierbei hat man jedoch einen Theil der- „beständigen Kraft“ mit auf
gehoben; dieser Theil entsteht hauptsächlich durch die Verschiebung der magne
tischen Axe des sogenannten Ankers der Dynamomaschine, welche durch die
l) Falls die elektromotorische Kraft 110 Volt betragen sollte, so mufs man in die Zuleitung
einen Widerstand von etwa 800 Ölim einschaiten. Ueberhaupt ist es erwünscht, dafis die Drain,
leitung nicht zu sehr beansprucht wird, d. h. man darf keinen stärkeren Strom als 2 Ampère pro
qmm Drahtquerschnift zur Aufhebung der Deviation verwenden, denn sonst würde durch Erwärmung
eine Veränderung des Widerstandes der Drahiwindungen entsteh:«!.
8 ) Die Einwirkung der Eisenkerne auf den Kompafs (bei Kompafsrosea mit kleinen
Magneten), wenn die Dynamomaschine nicht arbeitet, ist, bei der Entfernung (etwa 300min), in
welcher die Elektromagnete vom Kompafs angebracht sind, eine minimale. Die von den Eisen
kernen erzeugte quadrali tale. Deviation kann nur einen Worth von einigem Minuten haben. Der
permanente Magnetismus der Eisenkerne erhält nach dem ersten Einwirken der Dynamomaschine
einen fast beständigen Werth, dem man leicht vermittelst der Magnete, welche zur Aufhebung der
semioü'kulären Deviation dienen, entgegen arbeiten kann.
3) Hierbei dürfen jedoch die Lampen, resp. Voltmeter, welche früher in beständiger Ver
bindung (in einer Zweigleitung) mit dem Dynamo standen, nicht mit ausgeschlossen werden.
■4) In den Stromkreis der Elektromagnete müssen ’unbedingt Bleisicheruiigen gegen Peuera-
gefahr (durch etwa möglichen Kurzschlufs) eingeschaltet werden.
S) Mit dem CollongueVchen Deflektor läfst sieh atn leichtesten die Riclifkraft bestimmen.
Die etwa von der Dynamomaschine hervorgerufene Veränderung derselben mufs man durch ein
zweckmäßiges Verschieben des betreffenden Elektromagneten zu korrigiren suchen, wobei man jedoch
so zu verfahren hat, dafs keine neue Deviation entsteht. Bevor man die Riehtkraft korrigirt, mufs
man die Deviation des Kurses aufhohen. Mit dem Thomson’schen Deflektor läfst sich das Gewünschte
schwerer erreichen.
ü) Die Länge des Kabels, weiches zwischen den Abzweigungen liegt, bedingt die Gröfse der
Kraft des Elektromagneten; je grüfter die Länge der zwischen der Abzweigung sich befindenden
Magistrale, {st, um so griifser wird die magnetische Kraft des Elektromagneten sein.