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Volltext: Wissensmanagement am BSH

Wissenserhalt und Wissenstransfer 
DOI: 10.23784/HN 109-07 
Wissensmanagement am BSH 
»Überlappende Besetzung« ermöglicht vorbildliche 
Einarbeitung des Nachfolgers 
Ein Beitrag von PATRICK WESTFELD 
Wilfried Ellmer, lange Zeit Leiter des Sachgebiets »Geodätisch-hydrographische Verfah 
ren und Systeme« am BSH, ging im November 2017 in den Ruhestand. Sein Nachfolger, 
Patrick Westfeld, stand schon früh fest. Er hatte das Glück, bereits im Juli seine Stelle 
antreten zu können. Mehr als vier Monate lang konnten beide Seite an Seite arbeiten. 
Das Modell der ȟber- 
»Nein, ich bin nicht der neue Herr Ellmer. Mein Name 
ist Westfeld...« 
lappenden Besetzung«, 
das jüngst am BSH ein 
geführt wurde, ermög 
licht eine Einarbeitung, 
bei der ein Gutteil des 
Wissens weitergegeben 
wird. 
Autor 
Dr. Patrick Westfeld Ist seit 
November 2017 am BSH In 
Rostock Leiter des Sachgebiets 
»Geodätisch-hydrographische 
Verfahren und Systeme«. 
Patrlck.Westfeld@bsh.de 
Wilfried Ellmer und Patrick 
Westfeld gemeinsam bei der 
Abendveranstaltung des 
31. Hydrographentags 2017 
In Flensburg 
Der Geodät Dr. Wilfried Ellmer war am Bundesamt 
für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) tätig, 
davon viele Jahre als Leiter des Sachgebiets »Geo 
dätisch-hydrographische Verfahren und Systeme«. 
Er war Insbesondere zuständig für die Weiterent 
wicklung der wissenschaftlichen Grundlagen und 
Verfahren der Seevermessung, für die Betreuung 
und Begleitung wissenschaftlicher Forschungs 
arbeiten und für die Planung und Beschaffung 
der Ausrüstung auf den Vermessungsschiffen. Im 
November 2017 verabschiedete sich Wilfried Ell 
mer mit 65 Jahren in seinen wohlverdienten Ruhe 
stand. 
Dass er große Fußstapfen hinterlassen würde, 
war mir bewusst - schon lange vor meinem ersten 
Arbeitstag. Und ich beschloss, diese nicht einfach 
füllen zu wollen; sehr wohl aber wollte ich mich an 
seinem Weg orientieren. Am Anfang wollte ich ihm 
ganz dicht folgen, seinen Weg nur ab und an kreu 
zen, mit der Zelt aber, nahm Ich mir vor, wollte ich 
mich doch stetig von seinen Fußstapfen entfernen, 
um eigene sichtbare Spuren zu hinterlassen. 
Wertvolles Wissen und ein über Jahre hinweg 
aufgebautes Netzwerk gab mir Wilfried Ellmer mit 
an die Hand. Den dafür notwendigen Rahmen 
schaffte mein Arbeitgeber, das BSH. Die Abteilung 
für Personalentwicklung hatte unter dem Titel 
»Wissenstransfer« eine neue Maßnahme einge 
führt - die »überlappende Besetzung«. 
Dieses Instrument ermöglicht es der Nachfol 
gerin oder dem Nachfolger, einen bestimmten 
Zeitabschnitt noch gemeinsam mit der ausschei 
denden Person zu verbringen. Wer ausscheidet, 
so die Idee, soll die Neue oder den Neuen über 
einen gewissen Zeitraum in das Aufgabengebiet 
elnarbelten und aufzeigen, worauf es ankommt. 
Durch die Arbeit an der Seite der Alten lernen die 
Neuen deren Kontakte und Geschäftspartnerin 
nen und -partner kennen. Dank dieser Methode 
werden nicht nur explizite Wissensbestandteile 
an neue Beschäftigte weitergegeben, sondern 
auch implizite Telle des Wissens transferiert, bei 
spielsweise durch Beobachtung des Gegenübers. 
Übergabeverfahren mit überlappender Besetzung 
minimieren Wissensverluste. Im Zusammenspiel 
mit weiteren Maßnahmen - wie übersichtlich zu 
sammengestellte Wissensprofile, multimediale Wi- 
kis und Video-Tutorials - werden so nicht nur plan 
bare, altersbedingte Austritte abgedeckt, sondern 
auch Fälle, in denen kein direkter Wissenstransfer 
möglich ist. 
Die gemeinsame Zelt mit Wilfried Ellmer ermög 
lichte mir ein sukzessives Einarbeiten in meine 
neuen Aufgaben. Schritt für Schritt und ganz ohne 
den Druck des Alltagsgeschäfts, das ja gerade am 
Anfang noch wenig routiniert läuft. Auch hatte ich 
bereits von Beginn an genügend Raum und Zelt 
zum Umsetzen eigener Ideen und Vorstellungen. 
Und immer war da einer, den ich fragen konnte 
- ein Netz und doppelter Boden für mehr als vier 
Monate. 
Dem BSH bin Ich dankbar für den geschaffenen 
Rahmen, der diese doppelte Besetzung erst mög 
lich machte. Und immer wieder denke Ich: »Wil 
fried, dir bin Ich dankbar für die gemeinsame Zeit, 
für deine Offenheit und deine Bereitschaft, dein 
Wissen mit mir zu teilen« 
»Nein, ich bin nicht der neue Herr Ellmer«, sage Ich 
nach wie vor - doch Inzwischen denke ich: viel 
leicht doch ein bisschen, i 
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Hydrographische Nachrichten
	        
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