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Full text: 62, 1934

Markus, E.: Der Nordatlantik als Vertiefungsgebiet barometrischer Minima, 229 
ozeanische Polarfront beginnen die Minima sich rasch zu vertiefen; sie 
erreichen hier aber nicht immer ihre größte Tiefe, weshalb die tiefsten Zentren 
der Zyklonen in verschiedenen Teilen des Westeuropäischen Meeres beobachtet 
werden. Um diejenigen Erscheinungen festzustellen, die mit rascher Vertiefung 
der Minima kausal verbunden sind, untersuchen wir die chorographischen Profile 
verschiedener Erscheinungen, die an einer, die ozeanische Polarfront westöstlich 
durchquerenden Richtungslinie beobachtet werden, Dabei ergibt sich, daß die 
Veränderung des Luftdrucks im Zentrum einer Zyklone und die Zu- und Ab- 
nahme der Temperatur des Atlantischen Oberflächenwassers in westöstlicher 
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Abb. 4. Chorographische Profile. 
[, II -= Zu- und Abnahme der Tiefe der Zyklonen: I == Minimum vom 18, Januar 1932, (vgl, das Kartogramm 1). IT = choro- 
zraphisches Profil einer typischen, im Winterhalbjahr von Westen nach Osten wandernder Zyklone, III — chorographisches 
Profil der Zu- und Abnahme der Wassertemperatur in westöstlicher Richtung im Winterhalbjahr. Dicke Linien stellen die 
Richtungslinien der Profile dar, Ihre linken Sciten bezeichnen die Zunahme der "Tiere und der Temperatur, ihre rechten 
Seiten die Ahnahme derselben. 
Richtung am besten übereinstimmen (Abb. 4): man sieht, daß eine rasche Ver- 
tiefung der Minima im Gebiet großer Temperaturgradienten beobachtet wird, 
wo das Polarwasser mit dem der Westwindzone zusammentrifft. 
3. Die Ursachen der Vertiefung. 
Es ist schon lange bekannt, daß die barometrischen Minima oft die großen 
Wasserbecken aufsuchen und den Wasserstraßen folgen (van Bebber 1891, 
Karten; Defant 1918, S. 96). Ebenso wurde oben gezeigt, daß die Umgebung 
der Ostsee, der großen Kanadischen Seen, der Davis-Straße usw. als bedeutende 
Vertiefungsgebiete der Minima erscheinen können. 
Schedler (Schedler 1924) hat Karten des Nordatlantischen Ozeans und der 
anliegenden Teile der Kontinente zusammengestellt, auf welchen er die Häufig- 
keitswerte der Zyklonen aufgetragen hat. Aus diesen Karten ergibt sich, daß 
das Westeuropäische Meer durch keine große Zahl von Zyklonen gekenn- 
zeichnet ist: im Gebiet des Mittelmeeres kommen in einem Jahr auf ein Fünf- 
gradfeld bis 30, im Westeuropäischen Meere aber nur bis 20 Zyklonen (Schedler 
1924, Karte I). Doch werden in der Umgebung des Mittelmeeres nur flache 
Minima beobachtet, während auf dem' Westeuropäischen Meere sehr tiefe 
Zyklonen vorkommen: die Minima von weniger als 750 mm bilden in der 
Umgebung des Mittelmeeres nur 10—20°%, der Minima unter 760 mm. Im
	        
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