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Full text: 69, 1941

238 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1941, 
Unsere klimatologischen Zahlenwerte sagen noch nichts Näheres über die 
meteorologischen Vorgänge selbst. Der vertikale Temperaturgradient der unteren 
Luftschicht und die hierdurch bedingte Größe und Geschwindigkeit des Wärme- und 
Feuchteaustauschs zwischen der Wasseroberfläche als der rasch wirkenden Heiz- 
bzw. Kühlfläche und der Atmosphäre darüber wäre noch systematisch zu messen. 
Es wäre lohnend, an den drei Schnittpunkten unseres Seewegs mit den 
Längengraden 40°, 50°, 60°W als Orten innerhalb wichtiger benachbarter 
stationärer, weitergestaltender Aktionszentren (sekundärer Art) einmal möglichst 
gleichzeitige aerologische Messungen (mit Wolkenbeobachtungen) neben den 
bodenmeteorologischen und ozeanographischen Beobachtungen auszuführen und 
die Ergebnisse dann im Zusammenhang mit der jeweiligen Luftmassenadvektion 
auf sich ergebende Gesetzmäßigkeiten über Art und Schnelligkeit der Um- 
wandlungsvorgänge zu diskutieren... . 
Trägheitsschwingungen und Trägheitsperiode im Meere. 
Von Y. Walfrid Ekman, Schweden, 
1. Ein an die Horizontalebene gebundener Wasserkörper soll bekanntlich, wenn 
er sich kräftelos bewegt, eine kreisförmige Bahn beschreiben, die er mit unveränder- 
licher Geschwindigkeit in 12 Pendelstunden zurücklegt. [Es wird dabei von den 
ganz bedeutungslosen Abweichungen abgesehen, die mit den geringen Unterschieden 
an geogr. Breite der verschiedenen Teile einer Bahnkurve zusammenhängen.] 
Bewegungen, die diesen Bedingungen genau oder jedenfalls annähernd ent- 
sprechen — und nur solche Bewegungen — werden im folgenden als „Trägheits- 
schwingungen“ oder auch als „Trägheitsbewe- 
gungen“ bezeichnet, Die Periode von 12 Pendel- 
stunden wollen wir schlechthin die „Trägheits- 
periode“ nennen, davon ganz abgesehen, ob 
sie bei Trägheitsschwingungen oder bei anderen 
periodischen Bewegungen auftritt. . 
In der praktischen Ozeanographie blieben 
die Trägheitsschwingungen ziemlich unbeachtet, 
bis 1936 ihr tatsächliches Vorkommen im Meere 
durch eine bemerkenswerte Mitteilung von 
Gustafson und Kullenberg allgemein be- 
kannt wurde. — Im Jahre 1932 erschien die 
erste Beschreibung einiger in der Ostsee 1931 
beobachteten Schwingungen mit einer Poriode, 
deren Gleichheit mit dem halben Pendeltage 
[in diesem Falle 14.3 Stunden] festgestellt 
wurde?!). In demselben Jahr (1932) konnten diese 
Beobachtungen durch neue ergänzt werden?), 
und schließlich wurden 1936 die endgültig ent- 
scheidenden Ergebnisse von 1933 publiziert, 
aus denen das hier in ‚Abb. 1 reproduzierte 
Diagramm wohlbekannt ist®, Die Schlingen- 
kurve kann als die Abbildung der Bahnkurve 
eines einzelnen Wasserteilchens betrachtet wer- 
den und zeigt einen nordwest- bis nordgehenden 
Strom, auf den zuerst schnell wachsende, dann 
allmählich abnehmende, rechtsdrehende Schwin- 
gungen superponiert sind. Die Periode dieser 
3 T. Gustafaon et B. Otterstedt, Observations de courants dans Ja Baltique 1931, Svenska 
Hydrografisk-Biologiska Kommissionens skrifter, Ny serie: Hydrografi XI, Lund 1932, Siehe auch 
Torsten Gustafaon and BörjeKullenberg, Inertia Currents in the Baltic, Nature 131, p. 586, 1933, 
®% Torsten Gustafson und Börje Kullenberg, Trägheitsströmungen in der Ostsee, Göte- 
borgs Kungl. Vet. och Vitterhets-Samhälles Handl. 5, ser, B, Band 3 Nr. 6, Göteborg 1933. 
* T. Gustafson und B. Kullenberg, Untersuchungen von Trägheitsschwingungen in der 
Ostsee, Svenska Hydr.-Biolog, Komm. skrifter, Ny serie: Hydrografi XII, Lund 1936. 
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