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Full text: 48, 1929/1930

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Werner Wrage: Das Wattenmeer zwischen Trischen und Friedrichskoog. 
gebaut wurden. Es handelt sieb hier also um Kreuzrippein, deren beide Systeme Strömungsrippein sind. 
Bei den meisten andern Fällen aber, die ich beobachten konnte, sowohl im Sandwatt als auch im schlickigen 
Mischwatt, schienen vorwiegend Strömungs- und Seegangsrippein kombiniert die Kreuzrippein hervor 
zurufen. Bei meiner Beobachtung im Brandungssandbankgebiet bemerkte ich auch an einer Stelle, daß die 
Wellen etwas unregelmäßig kamen. Dort zeigten die Kreuzrippein einen mehr polygonalen Bau. Ich habe 
das in Sk. 30( . T. 17, dargcstellt. Skizze ЗОЛ zeigt eine sehr scharfe Ausbildung der Kretizfurchen im Sand 
watt. In Skizze 30B und C ist nur der Kamm der Rippein durch einfache Linien angegeben, um das Bild 
nicht zu verwirren. Skizze В soll als Vergleich zu C dienen. 
Zu meiner Beobachtung über die Entstehung von Kreuzrippein im Brandungssandbankgebiet von 
I rischen ist eine Meinungsverschiedenheit zwischen R. Richter einerseits und F. Schlicht und H. Menzel 
andererseits besonders interessant. Schlicht und Menzel führen auf Grund eigener Beobachtungen die Ent 
stehung der Kreuzrippein auf eine anfliefiende und seitlich wieder abfließende Wassermasse zurück, was 
Richter in einer Notiz in den „f lachseebeobachtiingen ' bestreitet. Nach meinen Beobachtungen kann ich 
also nur die Untersuchungen von Schlicht und Menzel bestätigen. 
Der Fall, daß die wirkenden Kräfte einen Winkel von 90 Grad bilden, ist naturgemäß lange nicht so 
häufig zu beobachten, wie der andere Fall, daß die Kräfte von diesem Winkel abweichen. Es brauchen 
auch durchaus nicht immer nur zwei Kräfte zu sein. In diesen Fällen, wenn mehrere Kräfte wirken, werden 
die Rippein immer unübersichtlicher. Je nachdem, welche Kraft überwiegt und welchen Winkel die Kräfte 
miteinander bilden, treten die verschiedenst gestalteten Formen auf. 
Ich w ill midi darauf beschränken, in Sk. 51, T. 16, zu zeigen, daß auf diese Weise auch derartige ovale 
Rippcln entstehen können, wie sie so häufig im Mischwatt des Wattrückengebiets zu sehen sind. Es sind 
zwei einander annähernd gleiche Kräfte angenommen, die miteinander einen Winkel von etwa 45 Grad 
bilden. Diese Kräfte erzeugen jede für sich ein System von Rippeln, deren Kämme durch besonders 
markierte Linien bezeichnet werden. Da aber die Kräfte ziemlich gleich groß sind, so können diese Kämme 
oft nicht zur Entwicklung gelangen; denn wo rippelbildende Stelle auf furdienbildende Stelle trifft, wird 
sich die Wirkung häufig aufheben (das kann natürlich auch bei einem Winkel von 90 Grad eintreten). Dem 
entsprechend wird sieh die Wirkung da, wo rippelbildende auf rippelbildende und furcheubildende auf 
furchenbildende Stelle trifft, verdoppeln. Da aber nun die Kammrichitungen einen ziemlich spitzen Winkel 
miteinander bilden, so ist es denkbar, daß ovale Rippeln entstehen, deren Längsachse in der Richtung des 
größten Durchmessers der Parallelogramme liegt, die durch die Kämme der ursprünglichen Rippeln ge 
bildet werden. Diese Möglichkeit gewinnt an Wahrscheinlichkeit, wenn wir die Furchen der ursprüng 
lichen Rippelsysteme betrachten. Ihr Verlauf ist auf der Skizze ebenfalls besonders angedeutet. 
Wenn diese Annahme zu Recht besteht, so würde die Längsachse der so entstandenen ovalen Rippeln 
senkrecht zur Resultierenden der beiden ursprünglichen Kräfte liegen. Weiter würde sich daraus ergeben, 
daß, je kleiner der Winkel der Kräfte werden würde, die Rippeln in demselben Verhältnis an Länge zu 
nehmen müßten. Der Grenzfall wäre, daß beide Kräfte in einer Geraden ivirkiten; dann liegt die 
Resultierende in derselben Geraden und die Längsachse der Rippeln muß einmal sehr lang sein und 
zweitens zu dieser Geraden senkrecht liegen. Beides tut sie ja auch in Wirklichkeit. 
Zu Skizze 31 muß ich noch bemerken, daß es sich in dem angenommenen Falle um Seegangsrippein 
handelt, da ja die Linien der Furchen gleichen Abstand von den Kammlinien zeigen. Durch einfache Ver 
legung dieser Furchenlinien können wir aber leicht die Zeichnung für Strömuiigsrippelii passend machen. 
An einigen Stellen der Marner Plate konnte ich übrigens feststellen, daß die mutmaßlich herrschenden 
Kräfte und die vorhandene Form der Rippeln mit den Verhältnissen, wie ich sie in der Skizze 51 dar 
gestellt habe, ganz gut übereinstimmten. Aus diesem und den andern hier angeführten Gründen glaube 
ich, daß diese Annahme ein gewisses Anrecht auf Wahrscheinlichkeit besitzt. 
Ich bin mir selbstverständlich klar darüber, daß die wirklichen Verhältnisse wesentlich komplizierter 
sind. 
Ich möchte zum Schluß noch darauf hinweisen. daß kleine Unebenhei ten des Bodens, stärkere Strömung 
des Wassers an einzelnen Stellen, usw. die Ausbildung der Rippeln natürlich auch beeinflussen und so die 
verschiedensten Formen schaffen. 
Damit will ich die Betrachtung dieser interessanten Oberflächenform beenden, obwohl darüber noch 
sehr viel gesagt werden könnte. Die mannigfachen und komplizierten Rippeln, die durch vielfache und
	        
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