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Metadata: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 20 (1892)

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Bemerkungen über Batanga, Gabun, Anno Bom und St. Thome6, 
solche, die zum ersten Male in den Fluß fahren. Die französischen Kriegsschiffe 
scheinen meistens die nicht betonnte nördliche Einfahrt zu wählen. 
Auf der Reise von St. Paul de Loanda nach Anno Bom wurde Wind 
sowohl wie Strom übereinstimmend mit den Angaben des Atlas der Deutschen 
Seewarte befunden. Ersterer blieb zwischen SzW und WzS mit der Haupt- 
richtung SW und mittlerer Stärke 3, während der ganzen Fahrt, letzterer, nordwest- 
lich, nahm täglich an Stärke zu. Die Mittagsbestecke ergaben folgende Strom- 
versetzungyen: 
6. Dezember 7° 15‘ S 11° 55‘ O0, S 70° W 3 Sm 
. » 5° 31‘ S 10° 43‘ 0, N 32° W 24 Sm 
5 ww 4° 8,6‘ S 9° 18‘ 0, N 59° W 24,4 Sm 
D. # 2° 51‘ S 7° 34’ 0, N 73° W 25 Sm 
10. »” 1° 30‘ S 5° 51‘ 0, N 68° W 26 Sm 
Mit Hellwerden am 7. Dezember wurde die tiefbraune Wasserfarbe 
bemerkt, welche den Bereich des Kongo-Wassers erkennen lielßs, Am 8. wurde 
die Farbe grün, und in der Nacht vom 8. zum 9. ging sie in die tiefblaue der 
Aequatorialströmung über. Am 7, Dezember ging die Temperatur des Wassers 
von 25,9 auf 26,8 und am 8. Dezember von 26,8 auf 26,1. 
Anno Bom kam auf circa 20 Sm in Sicht. Bei der Durchfahrt zwischen 
Turtle Island und Passage Rock wurden die in der Karte verzeichneten Tiefen 
vorgefunden. Mit der Peilung Turtle Island SO wurde gelaufen, bis die Pyramid 
Rocks SWzW'/W peilten. Dort sind 13 m Wasser. 
Trotzdem dieser Ankerplatz gegen die SW-lichen Winde geschützt ist, 
sind infolge der nicht unbeträchtlichen Dünung nur die achtersten und 
vordersten Seitenfenster, und auch diese nur mit grofßser Vorsicht offen zu halten. 
Am letzten Tage trat Regenwetter mit ENE-Wind ein, der bald in SW-lichen 
überging. Während der letzten 24 Stunden des Aufenthaltes regnete es ziemlich 
stark, nur mit kurzen Unterbrechungen, bis zum Ankerlichten. 
Die Insel St. Thome bietet sehr viele und gute Objekte zum Peilen. 
Veranlafst durch die Bemerkungen des vorigen Kommandos über unrichtige Lage 
der Stadt und einzelner Objekte wurde eine genaue Winkelmessung vorgenommen 
und Folgendes festgestellt: 
1. Der Leuchtthurm des Forts San Sebastian liegt innerhalb der Be- 
festigung. Die Lage der Huk des Forts stimmt. 
2. Ebenso sind richtig: a) Pt, de Vasconcillos. L) St. Franzisco Chapel. 
ce) Iiha das Cabras-Leuchtthurm. d) Die Häuser des Hospitals. e) Ruine des 
Forts St, Jeronimo. 
3. Dagegen liegen 2—3 Kabellängen östlicher das Haus des Gouverneurs 
und die Kirche mit zwei Thürmen, welche dicht bei dem Hause sich befindet. 
4. Das Custom bezw. Zollhaus, bei welchen sich eine steinerne Anlege- 
stelle befindet, welche augenblicklich behufs Verlängerung im Umbau begriflen 
ist, liegt um dasselbe Stück östlicher und demnach auch die ganze Stadt. 
5. Der Kirchhof liegt etwas über eine Kabellänge südlicher als in der 
Karte bezeichnet, von der Stelle, wo in der Karte Custom Haus steht, jedenfalls 
noch sehr weit entfernt. 
6. Das zu Peilungen sich sehr gut eignende gelb angestrichene grofse 
Haus ist das Gefängnifs, welches fast genau mit dem Gebäude übereinstimmt, 
das auf dem Plane zwischen Fort San Sebastian und Jeronimo (4,7 Kabellängen 
8’/4W vom Leuchtthurm) verzeichnet ist. 
Ueber die durch die Dünung nothwendige Vorsicht beim Auflassen der 
Seitenfenster gilt das bei Anno Bom Gesagte.
	        
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