- 6 -
arbeitung der Proben an Bord der Forschungsschiffe (Filtra
tion, Ansäuern, Reinigung der Gerätschaften) geschieht in
zwei für uns entwickelten Reinraum-Labor-Containern, von
denen einer an Bord FS GAUSS bei dieser Reise gefahren
wurde. Die Ultraspurenanalyse der stabilisierten Proben
geschieht im Spezial-Laboratorium Sülldorf des DHI. Hierbei
wird Quecksilber mit der Kaltdampf-Atomabsorptionsspektral-
fotometrie bestimmt; die Graphitrohrofen-Atomabsorptions
spektralfotometrie dient zur Bestimmung von Cadmium, Kupfer,
Eisen, Mangan und Nickel; Blei und gelöstes Cadmium werden
mit der Invers-Voltammetrie gemessen. Eine ganze Serie von
Schwermetallen (Vanadium, Mangan, Eisen, Kobalt, Nickel,
Kupfer, Zink, Molybdän, Cadmium, Blei und Uran) kann simultan
mit der ganz neuen und sehr nachweisstarken Totalreflexion-
Röntgenfluoreszenzanalyse nachgewiesen werden.
Aus der Überwachung der Deutschen Bucht und der südwestli
chen Ostsee sowie der Teilnahme an Forschungsreisen u.a. in
die zentrale Ostsee und die gesamte Nordsee, in den Atlantik
und das europäische Nordmeer liegt inzwischen eine sehr
große Zahl von Meßwerten über Schwermetalle im Meerwasser im
DHI vor. Nach Einschätzung externer Fachleute handelt es
sich vermutlich um den bei weitem umfangreichsten derartigen
Datensatz, zumindest in Europa. Diese Meßergebnisse wurden
in Datenbanken gespeichert, in deutschen und internationalen
amtlichen Berichten aufgeführt, sowie in zahlreichen wissen
schaftlichen Veröffentlichungen zusammenfassend dargestellt.
Allgemein läßt sich beispielsweise für die Deutsche Bucht
sagen, daß zwar jedes umweltrelevante Schwermetall aufgrund
seiner chemischen Eigenschaften und seines biogeochemischen
Verhaltens spezifische Verteilungsmuster aufweist, daß aber
viele Metalle typischerweise vom Land (den Flüssen) durch
die Küstengewässer zum offenen Meer hin abnehmende Konzen
trationen zeigen.