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Full text: Meerwasserüberwachung in der Deutschen Bucht

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und Vermischung unterschiedlicher Wassermassen (chemische 
Ozeanographie). Ergebnisse solcher Untersuchungen aus 
früheren Jahrzehnten bilden die Grundlage für die Beurtei 
lung der heutigen Umweltsituation. Für Phosphat gibt es ver 
gleichbare Bezugswerte seit über 50 Jahren, für Sauerstoff 
seit nahezu 100 Jahren. 
Der in den letzten Jahrzehnten stark angestiegene Nähr 
stof feintrag, überwiegend durch die Flüsse, erfordert eine 
regelmäßige Überwachung des Meerwassers. Erhöhte Nährstoff- 
konzentrationen (z.B. Nitrat, Ammonium, Phosphat) treten in 
allen küstennahen Bereichen auf. Diese Eutrophierung ist 
eine der Voraussetzungen für starkes Planktonwachstum. 
Bei der anschließenden Zersetzung abgestorbener Organismen 
wird Sauerstoff verbraucht, gleichzeitig entsteht Kohlendi 
oxid. Wird der Wasseraustausch durch stabile Schichtung 
behindert, tritt Sauerstoffmangel ein. Daher sind in den 
Sommermonaten besonders häufige Sauerstoff- und Kohlendi 
oxidmessungen nötig. Gleichzeitig wird der pH-Wert bestimmt; 
er läßt Aussagen über die Intensität biochemischer Auf- und 
Abbauvorgänge zu. 
Die letztgenannten Messungen müssen während der Überwa 
chungsfahrten an Bord durchgeführt werden. Sauerstoff wird 
nach der Winkler-Methode bestimmt, bei der der Sauerstoff in 
der Wasserprobe chemisch gebunden und anschließend titriert 
wird. Daneben werden auch Sonden eingesetzt, deren Zuverläs 
sigkeit und Genauigkeit jedoch laufend überprüft werden muß. 
Die Wasserproben zur Nährstoffbestimmung werden z.T. an Bord 
analysiert, andere werden tiefgefroren zur späteren Analyse 
im DHI-Labor Sülldorf. Prinzip der Nährstoffbestimmungen ist 
die Bildung von Farbkomplexen (z.B. Phosphormolybdänblau). 
Aus der Farbintensität, die photometrisch gemessen wird, 
läßt sich die Konzentration berechnen. Alle Verfahren sind
	        
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