accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Standard

Teil C - Anhang zur Untersuchung der Schutzgüter 
67 
Als Parameter sollten DPM (Detektionspositive Minuten) und DP10M (Detektionspositive 
10-Minutenintervalle) gewählt werden. Die Genauigkeit kann variiert werden, um die Schweins 
walaktivität vor, während und nach Rammereignissen zu beschreiben. Erfahrungsgemäß ist 
hierfür eine Auflösung nach Stunden (z. B. DPM Ir 1 ) hilfreich. Der Parameter DP10M d' 1 , der 
ein gutes Maß für phänologische Beschreibungen ist, ist zum Erfassen des Einflusses der 
Rammaktivitäten auf die Schweinswale zu ungenau. 
Eine weitere zu berechnende Größe ist die ,Waiting Time 1 definiert als Zeitintervall (Minuten) 
zwischen zwei Schweinswalregistrierungen. Aufgrund der zeitlich möglichen Autokorrelation 
zwischen zwei Detektionen müssen mindestens 10 Minuten ohne Detektion erfolgen. Solche 
zusammenhängenden schweinswalpositiven 10 Minuten werden als „Encounter“ bezeichnet 
und Lücken darin als „Waiting Time“. Damit ist der definierte Minimalwert der ,Waiting Time 1 
10 Minuten (Definition in Carstensen et al. 2006 und Tougaard et al. 2009). 
Zur Integration der Rammaktivitäten in die statistische Modellbildung sollten die Rammdaten 
pro Pfahl als maschinenlesbare ASCII-Datei aus der Messsensorik der Ramme vorliegen. 
Diese Dateien müssen eine eindeutige Bezeichnung des Pfahls und das Datum enthalten und 
einzelschlaggenau Uhrzeit (Angabe Zeitsystem) und Schlagenergie [kJ] aufschlüsseln. Sind 
die Rammdaten nicht in dieser Auflösung verfügbar, so sollte zumindest die gesamte Schlag 
energie, totale Anzahl an Schlägen, sowie Beginn und Ende (mindestens auf 10 Minuten ge 
nau) des Rammereignisses in die Auswertung einbezogen werden. Zur Einbindung des an der 
Messstelle des C-PODs gemessenen Hydroschalls in statistische Modelle sollte pro Pfahl und 
Messstelle der Median (50 % Perzentil) des Einzelereignispegels (SEL 50 ) als Maß für die Laut 
stärke [dB re 1 pPa 2 s] für die hauptsächlich genutzte Schlagenergie vorliegen. 
Einfluss von Rammarbeiten auf Schweinswalaktivität und Rückkehrzeiten Schweinswal 
aktivität 
Zur Analyse des Einflusses der Rammarbeiten auf die Schweinswalaktivität sollen aufgrund 
der Beschaffenheit der Daten (i. d. R. nicht normal verteilte Daten, Overdispersion, Varianzhe 
terogenität, temporäre und räumliche Autokorrelation) Generalisierte Additive Modelle (GAM, 
Wood 2006) oder Generalisierte Lineare Modelle (McCullagh & Neider 1989) herangezogen 
werden. Diese lassen sich ggf. durch Einbindung von Zufallsfaktoren zu Generalisierten Addi 
tiven Gemischten Modellen (GAMM, Lin & Zhang 1999) oder Generalisierten Linearen Ge 
mischten Mo-dellen (GLMM) erweitern. Bei diesen Verfahren ist a-priori nicht bekannt, über 
welche funktionale Form eine oder mehrere erklärende Variablen auf die abhängige Variable 
wirken. Dazu erlaubt ein GAM ergänzend zu den parametrischen Formen Generalisierter Line 
arer Modelle (GLM) die Verwendung nichtlinearer sogenannter smoothing terms, um den Zu 
sammenhang zwischen abhängiger (response) und erklärender (predictor) Variable 
zu charakterisieren. Sämtliche Parameter werden hierbei, wie auch bei den herkömmlichen 
linearen Modellen, rein additiv eingebunden. 
Die Analysen lassen sich skriptbasiert in der Software R (aktuelle Version 2.15.2, R Develop 
ment Core Team 2012) durchführen, in der mehrere verschiedene GAM- und GLM-packages 
zur Verfügung stehen. Da es keine exakt abgegrenzte Definition gibt, was genau ein GAM ist, 
können diese Modelle sehr variabel sein. Die dadurch entstehende Vielfalt der Modelle spie 
gelt sich in den verschiedenen Implementierungen wieder: „mgcv“ (aktuelle Version 1.7-22, 
Wood 2006) und „gam“ (aktuelle Version 1.06.2, Hastie &Tibshirani 1990). Weiterhin kommen 
„VGAM“ (aktuelle Version 0.9-0, Yee 2012) und „gamlss“ (aktuelle Version 4.2-0, Rigby & Sta- 
sinopoulos 2005) zum Einsatz. Für GLM sind die Packete „Ime4“ (Bates et al. 2012), „nlme“ 
(Pinheiro et al. 2012) und „MCMCglm“ (Hadfield 2010) u. a. wichtig.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.