Teil B - Technische Anleitung zur Untersuchung der Schutzgüter
23
Tabelle 1.7: Untersuchung des Benthos, der Biotopstruktur und der Biotoptypen im
Rahmen der Verlegung von Kabeltrassen für die Anbindung von Offshore-
Windparks.
Die im Folgenden beschriebenen Untersuchungen richten sich an den Übertragungsnetz
betreiber.
Basisaufnahme
Bau
phase
Betriebsphase
Ziele
Beschreibung der In- und Epifauna,
der Biotopstruktur und der Biotopty
pen als Grundlage für die Beurtei
lung möglicher Auswirkungen durch
die Netzanbindung von Offshore-
Windparks.
Mittel- und kleinräumige Erfassung
der In- und Epifauna zur Überprüfung
möglicher Auswirkungen der Bau
phase.
Umfang
Die Verteilung der Stationen richtet sich nach den mit dem SSS/Ground truthing er
mittelten Biotopstrukturen (SSS-Untersuchungen des Übertragungsnetzbetreibers).
Jede festgestellte Biotopstruktur entlang des Kabelverlaufs muss mit mind. 3 Quer-
transekten belegt sein. Am Anfangs- und am Endpunkt des Kabelverlaufs ist zusätz
lich jeweils ein Quertransekt zu setzen.
Jedes Quertransekt besteht aus 5 Stationen (s. Untersuchungsdesign Abb. 3, S. 43).
Die mittlere Station ist dabei auf dem geplanten Trassenverlauf positioniert. 2 Statio
nen liegen jeweils in 100 m bzw. in 1 000 m Abstand ober- und unterhalb zur mittleren
Station.
Identifizierte Verdachtsflächen von nach § 30 BNatSchG geschützten Biotoptypen
sind zur räumlichen Abgrenzung zusätzlich entsprechend den aktuellen Kartieranlei
tungen des BfN zu untersuchen. Bei einer Vielzahl kleinräumiger Vorkommen ist in Ab
sprache mit dem BSH auch eine repräsentative Verteilung der Stationen auf Basis der
SSS-Untersuchungen möglich.
Zeitrahmen
Einmalig im Herbst.
Einmalig im Herbst ein Jahr nach In
betriebnahme des Kabels.
Methode
Beprobungsstrategie Infauna:
• Für die Jahreszeiten gilt: Herbst: 15.08.-15.11.
• Es werden 5 Stationen pro Quertransekt, die sich aus jeweils 3 Parallelproben zu
sammensetzen, untersucht.
• Gerätestandard: Backengreifer (van Veen) modifiziert mit 0,1 m z Fläche, 60-80 kg,
Siebdeckel und Rollenumlenkung. Die Probennahmetiefe der Greifer kann in Ab
hängigkeit der Sedimentbedingungen variieren. Sollte in Anpassung an die Sedi
mentbeschaffenheit das Gewicht des Greifers verändert werden (z. B. 25-40 kg bei
schlammig/schlickigem Sand und 70-100 kg in gröberen Sedimenten, in Abhängig
keit von dem Ausgangsgewicht des Greifers), so muss dies so geschehen, dass die
Vergleichbarkeit der Probenstationen ähnlicher Sedimentbeschaffenheit erhalten
bleibt.
• Gesiebt wird mit 1 000 pm Maschenweite. Bei hohem Anteil von Grob- und Mittel
sanden bzw. Kies ist die Probe zunächst über das Sieb zu dekantieren, wobei mind.
5-mal gespült werden muss. Anschließend erfolgt die Siebung portionsweise. Die
Probe wird in 4 % gepuffertem Formalin fixiert.
• Die Aufarbeitung der Proben muss dokumentiert und standardisiert sein
(nach ISO/DIS 16665). Die Beschaffenheit des Fanggeräts ist zu dokumentieren.
• Die Biomasse ist als Feuchtgewicht pro Art zu bestimmen (nach ISO/DIS 16665,
Anhang C).