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Teil B - Technische Anleitung zur Untersuchung der Schutzgüter
Tabelle 1.4: Untersuchung der Epifauna mit Baumkurre.
Basisaufnahme
Bau
phase
Betriebsphase
Ziele
Beschreibung der Epifauna (Makro-
zoobenthos, demersale Fische) im
Vorhabens- und Referenzgebiet.
Mittel- und kleinräumige Erfassung
des Status quo als Grundlage für die
Beurteilung möglicher Auswirkungen
von WEA.
Mittel- und kleinräumige Erfassung
der relevanten Auswirkungen der Be
thebsphase auf die Lebensgemein
schaften.
Umfang
Einmal pro Jahr im Herbst. Im ersten Jahr der Basisaufnahme ist zur Beschreibung
der saisonalen Gegebenheiten im Vorhabens- und Referenzgebiet im Frühjahr und im
Herbst zu untersuchen.
Die Anzahl der Baumkurrefänge pro Gebiet (Vorhabens-ZReferenzgebiet) richtet sich
nach der Anzahl der ermittelten Infauna-Stationen (s. Tab. 1.3). Die Hälfte der Anzahl
der Infauna-Stationen ist mit Baumkurrefängen zu untersuchen. Bei kleinen Gebieten
(< 20 sm 2 ) sind mind. 10 Baumkurrefänge durchzuführen.
Zeitrahmen
Mindestens zwei aufeinanderfol
gende, vollständige Jahresgänge vor
Baubeginn.
Im ersten, dritten und fünften Jahr
der Bethebsphase.
Methode
Beprobungsstrategie:
• Die Probenentnahmetermine sollen jährlich im gleichen engen Zeitfenster liegen. Der
Abstand der Beprobung im Vorhabens- und Referenzgebiet darf max. 2 Wochen
betragen.
• Für die Jahreszeiten gilt: Frühjahr: 01.03.-15.05./Herbst: 15.08.-15.11.
• Gerätestandard: 2 m Baumkurre (Maschenweite 1 cm). Die Schleppdauer soll
5 Min. am Grund und die Schleppgeschwindigkeit 1-3 kn betragen.
• Die Aufarbeitung der Proben muss dokumentiert und standardisiert sein
(nach ISO/DIS 16665). Die Beschaffenheit des Fanggeräts ist zu dokumentieren.
• Die Biomasse ist als Feuchtgewicht pro Art zu bestimmen (nach ISO/DIS 16665,
Anhang C).
Zu ermitteln bzw. festzuhalten sind außerdem folgende Informationen:
• Aussetz- und Hievposition, Schleppzeit, beprobte Fläche.
• Hydrographische (T, Sal, 0 2 ) und meteorologische Daten.
Darstellung
der Ergeb
nisse
Dokumentation des Zustands und der Veränderung nach Vorhabens- und Refe
renzgebiet (in getrennten Kapiteln beschrieben) durch die Darstellung von:
• Gesamtindividuenzahl pro Fläche/Individuenzahl pro Art und Fläche (Artentabelle).
• Gesamtbiomasse pro Fläche/Biomasse pro Art und Fläche.
• Dominanzverhältnisse (bezogen auf Individuenzahl und Biomasse).
• Vorkommen und Verteilung von Rote Liste-Arten.
• Diversität/Evenness zur Gemeinschaftsanalyse, Clusteranalyse bzw. multidimensio
nale Skalierung, univahate Analyse, Signifikanztests.
• Auswertung nach BACI-Design mit geeigneten statistischen Verfahren.