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Anhang
3-I.2.2 Äquivalentes Belastungskollektiv
Zur Beurteilung der Auswirkung von Lasten unterschiedlicher Amplituden und ggf. unter
schiedlicher Richtungen kann es zweckmäßig sein, aus der Belastung für das Bemessungs
ereignis eine zyklische Ersatzbelastung (äquivalentes Einstufen-Kollektiv) abzuleiten, beste
hend aus einem mittleren Beanspruchungsniveau Fmitt, einer Lastamplitude Fampl und einer
äquivalenten Lastzyklenanzahl Neq (s. Abbildung 3-1.2).
Abbildung 3-1.2 Definition der äquivalenten Lastzyklenanzahl und Lastamplitude
(vgl. EA-Pfähle)
Die Ermittlung des äquivalenten Einstufen-Kollektivs ist unter Berücksichtigung des gewähl
ten Nachweisverfahrens sowie der für Standort und Gründungselement spezifischen Randbe
dingungen durchzuführen, wobei die Angemessenheit der Vereinfachung darzulegen ist. Hin
weise zur praktischen Anwendung bei Pfählen enthält Kap. 13 der EA Pfähle.
3-I.2.3 Lastfälle, Bemessungssituationen und zugehörige Teilsicherheitsbeiwerte
Die Einwirkungskombinationen werden den geotechnischen Bemessungssituationen in
DIN 1054 zugeordnet. Die Ermittlung der Bemessungswerte der Beanspruchungen erfolgt im
Analogschluss zur DIBt-Richtlinie für Windenergieanlagen mit Teilsicherheitsbeiwerten, die
von denen in DIN 1054 abweichen.
Die Teilsicherheitsbeiwerte für die Einwirkungen können aus den unter B3.3.1 genannten Nor
men bzw. Richtlinien für Offshore-Windenergieanlagen entnommen werden. Das BSH behält
sich die Zustimmung vor.
Zur Bewertung der Einflüsse zyklischer Lasten auf die Gründungselemente sind i. A. auch die
charakteristischen Werte der Einwirkungen anzugeben.
3-I.3 Zyklische Einwirkungen auf Plattformen
Für Flachgründungen und flachgründungsähnliche Sondergründungen (z. B. Suction Cais
sons) von Plattformen sind bei den Untersuchungen zum Einfluss der zyklischen Belastung
auf die Stabilität der Gründungselemente Lastansätze mit einer 100-jährigen Wiederkehrperi
ode anzusetzen.
FürTiefaründunaen kann das Erfordernis einer expliziten rechnerischen Berücksichtigung der
zyklischen Einwirkungen in der Nachweisführung mit einer vereinfachten Grenzwertbetrach
tung der Lastspannen bzw. der Lastamplituden nach den Kriterien der EA-Pfähle beurteilt
werden. Als Belastung ist dafür die maximale Wellenbelastung mit einer 50-jährigen Wieder
kehrperiode (H max50 ) anzusetzen. Diese ist ungünstig mit den Strömungslasten (u. U. gegenläu
fig) zu überlagern. Ist eine explizite rechnerische Berücksichtigung der zyklischen Einwirkun