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Anhang
Anhang 3: Anwendungshinweise für Geotechnische Nachweise
Anhang 3-1 Berücksichtigung zyklischer Einwirkungen beim Entwurf der Gründungs
elemente
3-1.1 Vorbemerkungen
Durch zyklische Einwirkungen auf die Gründungselemente und damit auf den Baugrund kann
es bei allen derzeit in Frage kommenden Gründungsarten zu einer Reduktion der Gründungs
tragfähigkeit und zu einer Verformungsakkumulation kommen. Unter Umständen sind auch
ungünstige Porenwasserdruckveränderungen bis hin zur Bodenverflüssigung möglich.
Zur Beurteilung der potenziellen Änderungen des Tragverhaltens von Gründungselementen
ist die Einschaltung von Fachplanern und Sachverständigen für Geotechnik mit besonderen
Erfahrungen auf diesem Gebiet erforderlich.
Im Rahmen der Arbeiten zur 1. Freigabe des BSFI ist das Konzept der Berücksichtigung zyk
lischer Einwirkungen beim Entwurf der Gründungselemente der Tragstruktur darzustellen und
das dafür vorgesehene Untersuchungsprogramm zu erläutern.
Zur Beantragung der 2. Freigabe sind die Nachweise zur Berücksichtigung der zyklischen
Beanspruchungen zu führen und die dafür durchgeführten Labor- und Feldversuche zu doku
mentieren.
3-I.2 Zyklische Einwirkungen auf Offshore-Windenergieanlagen
3-I.2.1 Bemessungsereignis
Gründungen von Offshore-Windenergieanlagen werden durch die Einwirkung der Wind-, Wel
len- und Betriebslasten auf die Tragstruktur ständig durch nichtruhende Belastungen bean
sprucht. Zur Ermittlung der Einwirkungen auf die Tragstrukturen der Windenergieanlagen wird
zunächst auf Kap. 3.3.1.2, verwiesen. Zur Berücksichtigung der zyklischen Einwirkungen in
den Standsicherheitsnachweisen ist ein nachfolgend beschriebenes Sturmereignis unter Ein
beziehung der sonstigen Lastfälle maßgeblich; u. U. ist auch ein besonderer Betriebszustand
mit nennenswerten zyklischen Einwirkungen auf die Gründungselemente in die Nachweise
einzubeziehen.
Zur Untersuchung der potenziellen Tragfähigkeitsreduzierung eines zyklisch belasteten Grün
dungssystems während des maßgeblichen Sturmereignisses (siehe Tabelle 3-1.1 und
Abb. 3-1.1) ist dessen vollständiges Lastspektrum zugrunde zu legen. Dieses Sturmereignis
muss den maßgebenden Extremwert der Einwirkung auf die Gründungselemente enthalten
und eine standorttypische Extremwertanzahl und -Verteilung berücksichtigen. Die hiermit be
rechneten Lasten sind auf die maximalen Bemessungslasten umzurechnen (siehe auch DIN
EN 61400-1, Anhang F).
Das dem Tragfähigkeitsnachweis unter zyklischen Einwirkungen zugrunde zu legende Bemes
sungsereignis wird in Anlehnung an die Definition des Auslegungslastfalles DLC 6.1 in DIN
EN 61400-3 mit den in Tabelle 3-1.1 angegebenen Randbedingungen beschrieben.