Anhang
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Machbarkeit der dynamischen Pfahlprobebelastungen durch den Entwurfsverfasser unter
Berücksichtigung aller relevanten Einflüsse beim Installationsvorgang für die Gründung (z. B.
Berücksichtigung eines Kofferdamms bei Anbringung von Sensoren und Kabelverlegung) sind
beizufügen.
Die Durchführung dynamischer Pfahlprobebelastungen erfolgt in der ersten Bauphase. Mit
der Durchführung dürfen nur Institutionen mit nachweislicher Erfahrung auf dem Gebiet der
Testdurchführung und Auswertung dynamischer Pfahlprobebelastungen betraut werden.
Wenn die zeitliche Entwicklung der Tragfähigkeit nach der Pfahlherstellung im Tragfähigkeits
nachweis berücksichtigt werden soll, sind dementsprechende Nachrammungen als dynami
sche Pfahlprobebelastungen in ausreichender Anzahl vorzusehen und durchzuführen.
Zur Ableitung von charakteristischen Pfahlwiderständen R k aus den Messwerten der dynami
schen Pfahlprobebelastungen R m sind gemäß DIN EN 1997-1 (EC 7) die in DIN 1054 festge
legten Streuungsfaktoren anzuwenden. Die Streuungsfaktoren | 5i6 und dürfen bei überwie
gend nichtbindigen Böden im Bereich der tragfähigen Schichten für den Fall „Kalibrierung der
dynamischen Pfahlprobebelastungen an statischen Pfahlprobebelastungen an vergleichbaren
Baumaßnahmen“ auch dann verwendet werden, wenn auf dem Baufeld der Bauwerke keine
statischen Pfahlprobebelastungen durchgeführt werden. Dies begründet sich darin, dass bei
nichtbindigen Baugrundverhältnissen im gesamten norddeutschen Raum umfangreiche Ver
gleichserfahrungen mit dynamischen und statischen Pfahlprobebelastungen und damit für
diese Böden weitgehend abgesicherte Kalibrierungsfaktoren vorliegen. Außerdem werden für
Pfahlgründungen von Offshore-Bauwerken in der Regel Stahlrohrrammpfähle verwendet, bei
denen Streuungen durch die Pfahlherstellung nur eine vergleichsweise geringe Bedeutung
haben und bei denen über die Pfahleinbringung Rammberichte erstellt werden, anhand derer
jeder einzelne Pfahl quantitativ beurteilt werden kann.
Die dynamischen Pfahlprobebelastungen sind vom Sachverständigen für Geotechnik zu be
gleiten und zu bewerten. Die vollständig dokumentierten Ergebnisse der Durchführung und
der Ergebnisauswertung und -interpretation der dynamischen Pfahlprobebelastungen sowie
die Übertragung dieser Ergebnisse auf die nicht geprüften Pfähle durch den Fachplaner für
Geotechnik sind dem BSFI unmittelbar nach Abschluss der Ausführungen und Interpretation
der dynamischen Pfahlprobebelastungen vorzulegen.
Für den Tragfähigkeitsnachweis von Monopiles werden aus Sicht des sachverständig berate
nen BSFI dynamische Pfahlprobebelastungen zum Nachweis der axialen Tragfähigkeit zurzeit
für nicht erforderlich angesehen. Generell können rammbegleitende Messungen zur Ermitt
lung und Überprüfung der Rammbarkeit, der Vorbelastung und des Nachweises der Vorbelas
tung des Pfahles durch die Rammung vorteilhaft sein. Das BSFI behält sich die Anordnung
dynamischer Pfahltests bei Monopiles aus sachlichem Grund und/oder aufgrund neuerer
Erkenntnisse vor.