Anhang
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gen in der Nachweisführung erforderlich, wird das hierfür maßgebende Belastungsspektrum
anhand des Bemessungssturms ermittelt. Für Tiefgründungen können dabei Lastansätze mit
einer 50-jährigen Wiederkehrperiode angesetzt werden.
Anmerkung:
In den Nachweisen zur zyklischen Belastungen überwiegend axial belasteter Tiefgründungen
von Plattformen sind Ansätze mit 50-jähriger Wiederkehrperiode hinreichend:
• sowohl für eine vereinfachte Grenzwertbetrachtung der Lastspannen bzw. der Lastamplitu
den nach den Kriterien der EA-Pfähle wegen des Grenzwertkriteriums F’^ < 10% von R k
• als auch in einer expliziten Nachweisführung, weil die Belastung mit 100-jähriger Wieder
kehrperiode anderenfalls zweifach berücksichtigt würde, nämlich zuerst in Form einer
Degradation der Tiefgründung und dann als maßgebende Einwirkung in der Nachweis
führung.
Bei der Nachweisführung für Schwergewichtsgründungen ist dies insofern anders, als das
Extremereignis in der Nachweisführung grundsätzlich nur einmal berücksichtigt wird. Hierbei
wird zunächst die Scherfestigkeitsreduzierung infolge der Porenwasserdruckakkumulation
während des Bemessungssturms ermittelt und dann werden für das Belastungsspektrum die
Nachweise geführt.
Die Ermittlung der Wellenverteilung während des Bemessungssturms (Wellenhöhe und Peri
ode mit zugehöriger Zyklenanzahl) erfolgt mit Hilfe statistischer Extremwertverteilungen (z. B.
der Rayleigh-Verteilung). Ein für die Gründungselemente zweckmäßig diskretisiertes Belas
tungsspektrum kann durch Ermittlung des zeitlichen Verlaufs der Gründungslasten für unter
schiedliche Wellenhöhen zwischen der signifikanten Wellenhöhe der Phasen zu Beginn und
Ende des Sturmes und der maximalen Wellenhöhe in der Starkwindphase ermittelt werden.
Für Offshore-Stationen ist eine fünfstündige Starkwindphase anzusetzen, wobei das ULS-Er-
eignis in das Belastungsspektrum des Bemessungssturms zu integrieren ist.
Zur Ermittlung der Wellenverteilung und zur vereinfachten Ermittlung des Belastungsspekt
rums kann für Standorte in der Nordsee gemäß der Darstellung bei Andersen [1 ] die Verteilung
nach Hansteen herangezogen werden. Die Übertragung der gemäß [1] auf eine fünfstündige
Starkwindphase bezogenen Hansteen-Merteilung (Tabelle 1) auf ein in fünf Phasen geteiltes
Sturmereignis mit 35 Stunden Dauer ergibt bei an- und absteigender Anordnung der für die
Sturmphasen jeweils ermittelten normierten Wellenhöhen die in Abbildung 3-I.3 dargestellte
Verteilung der normierten Wellenhöhe und der auf die Extremlast normierten Belastung der
Gründungselemente. Die normierte Wellenhöhe ergibt sich als Quotient der Wellenhöhe und
der signifikanten Wellenhöhe der Starkwindphase.
Weitere Angaben finden sich bei Andersen [1].