Teil C - Mindestanforderungen an die geotechnischen Untersuchungen
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4.2.2 Wiedergabe der Ergebnisse von Feld- und Laborversuchen
4.2.2.1 Felduntersuchungen
Alle Aufschlusspunkte sind in einem Lageplan, die Ergebnisse sind höhengerecht nach
DIN 4023 und der Normenreihe DIN EN ISO 22476 darzustellen. Sie müssen eine für die Ent
wurfsbearbeitung erforderliche Zusammenschau der Schichtenfolge sowie von Diskontinuitä
ten und lokalen Besonderheiten im Baugrund ergeben. Die standortbezogene Wassertiefe
und das zugehörige Bezugssystem (z. B. SKN (LAT), MSL) sind anzugeben.
Die eingesetzten Messsysteme für die Einmessung der Aufschlussansatzpunkte sind zu be
schreiben sowie die Messungenauigkeiten, Toleranzen und Bezugssysteme (z. B. SKN (LAT),
MSL) anzugeben (Hinweis: beim Einsatz von mehreren Messsystemen sind die Ergebnisse
gegenüberzustellen). Dabei sollen auch Bezugsmaße auf unveränderliche Festpunkte oder
Bezugslinien sowie der Abgleich der Soll-Zlst-Koordinaten angegeben werden.
Der Zeitpunkt der Ausführung der Arbeiten und besondere Feststellungen bei der Bohrüber
wachung sind zu vermerken.
Die angewandten Aufschluss- und Sondierverfahren sind in den Baugrunduntersuchungsbe
richten zu erläutern, bei genormten Verfahren reicht der Bezug auf die jeweilige Norm. Muss
von einem genormten Verfahren abgewichen werden, so ist dies zu begründen und die Vor
gehensweise zu beschreiben.
Den Baugrunduntersuchungsberichten sind grundsätzlich die Feldberichte der Bohrungen
nach DIN EN ISO 14688-1, DIN EN ISO 14689-1 und DIN EN ISO 22475-1 sowie ein Bericht
zur Einmessung der Aufschlussansatzpunkte nach IHO (2008) für Order 1 Surveys beizufügen.
Ist dies im Einzelfall nicht möglich, ist darauf hinzuweisen, dass und wo diese eingesehen
werden können. Letzteres gilt auch für die entnommenen Bodenproben.
Bei Entnahme von gekernten Bodenproben sollen Farbfotos der Bohrkerne beigefügt werden.
Die Farbfotos ersetzen nicht die Ansprache und Beurteilung der Bodenproben durch den
Sachverständigen für Geotechnik im Labor.
Die Ergebnisse von Sondierungen sind unter Beachtung der Normenreihe DIN EN ISO 22476
zu dokumentieren. Neben den Angaben zur Ermittlung, Korrelation und Interpretation (Klassi
fizierung) der Sondierergebnisse sind auch Angaben zur Messgenauigkeit bzw. Toleranz der
eingesetzten Messverfahren sowie Protokolle der Kalibrierung und Qualitätsüberwachung zu
dokumentieren. Es empfiehlt sich, die Ergebnisse von Sondierungen neben lokal zugeordne
ten Bohrprofilen aufzutragen, und zwar unter Verwendung eines allgemein gültigen Bezugs
systems für die Höhenangaben (z. B. SKN (LAT), MSL).
Für Baumaßnahmen im Fels ist das Trennflächengefüge so darzustellen, dass die relative
Häufigkeit der einzelnen Trennflächenrichtungen ersichtlich wird. Häufigkeit, Durchtrennungs
grad, Beschaffenheit und Öffnungsweite der Trennfugen sind zu beschreiben.
Alle Aufschlusspunkte mit Hinweisen auf Gase und Schadstoffe sind in einem Lageplan dar
zustellen. Die Konzentrationen sind tabellarisch und zeichnerisch in ihrem zeitlichen Verlauf zu
erfassen. Alle für die Beurteilung von Probenentnahmen und Analysen wichtigen Daten sind
festzuhalten. Die Analyseverfahren sind zu nennen und bei Bedarf zu begründen.