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Kleine Notizen,
1885, pag. 246). Man peilte das Kap Drepano gut frei von der Suda-Insel
und das Minaret im Arsenal, in rw. SzO.
Nach der Angabe eines Türkischen Seceoffiziers befindet sich ein zweiter
Ankerplatz in folgenden Peilungen: Das Minaret von Touzla (Azizie) in Linie
mit der südlichen der beiden ziemlich weit westlich und oberhalb Touzle
befindlichen Windmühlen und die SER um das Arsenals-Minaret mit
derjenigen Häusergruppe, welche die grofse Kaserne umgiebt, so daß beide
eine Gruppe zu bilden scheinen,
.. Der Verkehr mit dem Lande ist vom ersten Ankerplatz aus auch ein
relativ leichter, wenn die Boote bei dem westwärts der westlichen Arsenals-
maner gelegenen Holzhause anlegen. Bei sehr schlechtem Wetter kann auf
Ansuchen auch ein im Arsenalsrayon selbst gelegener Anlegedamm benutzt
werden.
Wasser kann man auf Ansuchen durch Arsenalsleichter, welche mit sehr
gutem Hochgebirgswasser gefüllt sind, erhalten.
4. Segelanweisung für den Hafen von St. Juan. Puerto Rico.
Grofse Antillen, (Hydrographische Nachricht 10/63. Pola 1886.) Nach einem
Bericht des Kommandanten der Oesterr.-Ungar, Korv. „Zrinyi*“, Freg,-Kapt.
Vincenz Edler von Rosenzweig, ist beim Einsegeln :in den Hafen von
St. Juan‘) anzurathen, da das Erkennen des Forts Carnuelo im Süden der
Insel Cabras besonders bei etwas trüber Lmft erst kurz vor der Hafeneinfahrt
auf ca 1 Sm Abstand möglich ist, beim Insichtkommen der Insel Cabras, auf
welcher zwei grofse Häuser mit Säulengängen (Hospitäler) stehen, gegen die
Mitte der zwischen der Insel und dem Leuchtthurm liegenden Wasserfläche zu-
zusteuern, bis das Fort Carnuelo sicher erkannt werden kann.
Ferner sei noch erwähnt, dals landeinwärts von Fort Cafuelo sich eine
große Ebene erstreckt, auf welcher ziemlich weit im Innern scharf markirte
kegelförmige Berge liegen, deren mittlerer als Ansegelungsmarke benutzt
werden kann,
5. Ankerplatz im Hafen von Port au Prince. Insel Haiti.
Grofse Antillen. (Hydrographische Nachricht 10/64, Pola 1886.) Derselbe
Kommandant hat ferner berichtet, daß der empfehlenswertheste und von den
Schiffen mit Vorliebe gewählte Ankerplatz im Hafen von Port au Prince®) in
folgenden Peilungen liegt: Fort Alexander in rw. 0S0'%0 bie OzS und Fort
Bizothon in SW 1'/4S bis SWz8,
Beim Anlaufen der Spitze Lamantin mufls man daran denken, dafs das
Fort Bizothon ziemlich nahe der See liegt und erst nach dem Passiren der
Spitze Tor in Sicht kommt.
Das Fort Bizothon, dessen Grundmauern noch stehen, sieht einem grofßen
Schutthaufen von viereckiger Form ähnlich.
6. Die Manda-Bucht; Ostküste von Afrika, Während des Auf-
onthalts S. M. S, „Gneisenau“ in der Manda-Bucht, Anfang September 1885,
wurde, soweit es die an Bord befindlichen Hülfsmittel und die Kürze des Anf-
enthalts gestatteten, Lothungen im inneren Theil der Bucht und eine Kontro-
lirung der Lage mehrerer Punkte vorgenommen, welche der Hauptsache nach
ine Uebereinstimmung mit der Br. Karte 668 (Tit, IX, No. 88) ergaben.
Während der Anwesenheit des Schiffes vom 29. August bis 7, September setzte
die Fluth im Durchschnitt 7! Stunden mit einer Stärke von 0,7 Kn, die Ebbe
4'/a Stunden mit einer Geschwindigkeit von 0,9 Kn. Die gröfste beobachtete
Differenz zwischen Ebbe- und Fluthhöhe betrug 2m. Die Gezeiten hielten das
Schiff quer Winds, so dafs immer ein sehr angenehmer erfrischender Luftzug
im Schiff herrschte... Der Hafen von Manda ist vollkommen geschützt, frei von
Dünung und so grofß, dafs einzelne Schiffe Uebungen unter Dampf sowie Schiefs-
übungen daselbst abhalten können. Er ist mit der Bucht von Lamu durch den
Mlango Mkanda-Kanal und diese mit der Bucht von Mkonumbi durch den
Mlango Kipungani verbunden. Der erstgenannte Kanal ist schon hei Ya bis
Us Fluth für Boote wie unsere Dampfpivnassen passirbar, so dafs es möglich
ist, mit einer Fluth bis Mkonumbi und wieder zurück bis Lamu zu kommen.
5) Vgl. „West India Pilot“, Part II, London 1876, pag. 184.
2 West India Pilot“, Part II, London 1876, pag. 230.