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Eingänge von meteorologischen Journalen etc., September 1883.
nördlich von der letzteren Breite nur geringere Stärke, und nachdem er zur
Jeisen Briese herabgesunken war, entwickelte sich aus demselben schliefslich
jeichte, zunächst meist aus südwestlicher Richtung kommende Mallung. Gileich-
zeitig mit dem Eintreffen derselben verwandelte sich auch die bis dahin meist
westliche Strömung in eine starke östliche. Bei der nördlich von 6° S-Br
herrschenden, fast nur aus südlicher und südöstlicher Richtung kommenden
Mallung konnte „/ndra“ sich dem Aequator nur in sehr langsamer Weise nähern.
Erst am 26, Februar wurde in 91,2° O-Lg nördliche Breite erreicht. Auf dem
Wege zu derselben war: 30° S-Br in 86° O-Lg am 5. Februar, 20° S-Br in
37,4° O-Lg am 8. Februar und 10° S-Br in 87,9° O-Lg am 12. Februar gekreuzt
worden. Der Mitsegler „Capella“ war zur Livie in 90,3° O-Lg am 19. Februar
gelangt, und „Moltke“ hatte dieselbe in 91,3° O-Lg am 14. Februar überschritten.
In nördlicher Breite wurde „Indra“ auch zunächst noch längere Zeit durch dort
angetroffene Mallung aufgehalten, bis sich schliefslich am 8. März in der Nähe
von 6° N-Br und 93,4° O-Lg der NE-Monsun einstellte. Bei demselben segelte
die, sich am 9. März in Sicht der Nikobaren - Inseln befindende Bark über
B-B.-Bug, bis sie am 16. März nach 15,2° N-Br in 86,1° O-Lg gelangt war.
Nördlich von diesem Punkte herrschte leichte, meist nordwestliche Mallung vor,
bei welcher ein östlicher Kurs verfolgt wurde. Derselbe führte die Bark bis
zum 25. März in Sicht des Alguada-Feuers und bis zum 27. März zu einem in
der Nähe des Bestimmungsplatzes gelegenen Ankerplatz. Es waren dann 134
Tage nach der Abreise vom Kanal vergangen. In der Bai von Bengalen war:
5° N-Br in 94,4° O-Lg am 5. März, 10° N-Br in 91° O-Lg am 11. März und
15° N-Br in 86,1° O-Lg am 16. März gekreuzt worden. „Capella“ hatte die
Mündung des Rangoon-Flusses am 15. März erreicht, und „Moltke“ war nach
einem Ankerplatze in der Nähe von Diamant-Insel am 6. März gelangt.
Nachdem „Indra“* in Rangoon eine für Hamburg bestimmte Ladung er-
halten hatte, wurde am 21, April die Heimreise angetreten. Man suchte bei
der auf See angetroffenen leichten, meist nördlichen und westlichen Mallung
nach Süden hin vorzurücken und passirte am 30. April den Zehn-Grad-Kanal.
Westlich von demselben herrschten ebenfalls höchst ungünstige Verhältnisse,
und konnte dort nur die zwischen 8,5° und 7,5° N-Br liegende Strecke bei
etwas frischerem Südwinde zurückgelegt werden. Erst am 22. Mai konnte
„Indra“ bei leichter südöstlicher Briese den Aequator in 91,9° O-Lg über-
schreiten, Es waren bis dahin schon 31 Tage nach dem Antritt der Reise
verflossen. Etwa vier Stunden später, als „Indra“ es that, verliefs in 92° O-Lg
das am 29. April von Rangoon abgegangene, nach Hamburg bestimmte eiserne
Vollschiff „Constanze“ die nördliche Halbkugel. Am 26. Mai Mittags befand
sich „Zndra“ in 3,2° S-Br und 89,7° O-Lg und „Constanze“ in 2,9° S-Br und
90,3° O-Lg. Beide Schiffe trafen damals einen frischen SE-Wind an, der an-
scheinend zum Passat werden wollte. Bei „/ndra“, die bei diesem Winde zu-
nächst einen hoch südlichen Kurs verfolgte, wurde der Wind denn auch, ohne
dafs vorher Störung beobachtet wurde, zum Passat, während „Constanze“ am
27. und 28. Mai in der Nähe von 5,5° S-Br und 87° O-Lg noch wieder Mallung
beobachtete. Am Mittage des 28. Mai war der Schiffsort von „Indra“ 8,4° S-Br
in 81,2° O-Lg gegen den von „Constanze“ in 6,1° S-Br und 86,7° O-Lg. Im
Passatgebiete gewann das letztere Schiff aber bald wieder, und als „Indra“ am
5. Juni in 20,7° S-Br und 68,7° O-Lg den SE-Passat verlor, befand sich
„Constanze“ in 18,7° S-Br und 63,2° O-Lg. Südlich vom Passatgebiete fand
„Indra“ umlaufende, meist aus südlicher und östlicher Richtung kommende
Winde. Erst in der Nähe der Südspitze Afrika's herrschten Westwinde, die
dort wiederholt stürmisch wehten, vor. Am 6. Juli wurde bei frischem, aber
nur kurze Zeit anhaltendem SE-Winde die Länge der Kapstadt überschritten
und schliefslich am 12. Juli bei am Tage vorher aufs neue durchgekommenem
SE-Winde in 10,8° O-Lg der Parallel von 30° Süd erreicht. Es waren damals
19 Tage vergangen, seit man dieselbe Breite im Indischen Ocean verlassen
hatte. Während der Fahrt über dieses Meer war: 10° S-Br in 84,8° O-Lg am
29, Mai, 20° S-Br in 69,8° O-Lg am 4. Juni und 30° S-Br in 34,6° O-Lg am
23. Juni, wie 90° O-Lg in 3° S-Br am 26. Mai, 60° O-Lg in 22,5° S-Br am
9. Juni und 30° O-Lg in 33,5° S-Br am 25. Juni gekreuzt worden. Der Mit-
segler „Constanze“ war nach 30° S-Br in 14,8° O-Lg am 3. Juli gelangt. Am