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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 13 (1885)

Fahrten an der Pacifischen Küste von Central-Amerika. 
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und Seegang setzen hier auf das Riff zu. Am 26. Juni ankerten wir auf der 
Rhede von Acajutla auf 13m (7 Fad.) Wasser, in der Richtung WSW1!/2W 
1% Sm von der Brücke entfernt. Auch dieser Ort ist leicht auszumachen, da 
der Vulkan /salco durch seinen Rauch bei Tage und sein Feuer bei Nacht eine 
sehr gute Landmarke abgiebt, 
Die Versegelung von Acajutla nach San Jose de Guatemala, welche wir 
am 29. Juni mit der Landbriese antraten, nahm einen Tag in Anspruch, Der 
Wind war veränderlich, bald südlich, bald westlich, immer nur leicht und oft 
von Stillen unterbrochen. San Jose ist leicht erkennbar an der langen Brücke, 
östlich von deren innerem Ende das grofse Haus des Faktors steht, Unser 
Ankerplatz daselbst war auf 16m (9 Fad.), die Brücke N'AW am Kompafs 
1/2 Sm entfernt peilend. Der Ankergrund ist überall gut und zuverlässig. 
Nachdem wir am 2. Juli mit der Landbriese auch San Jose wieder ver- 
lassen hatten, gelangten wir am folgenden Tage nach Champerico, dem Endziel 
unserer Reise, und ankerten hier 6 Kabllg. SzW mw. vom Ende der Brücke, 
auf 11m (6 Fad.) Tiefe. Champerico ist zu erkennen an dem zwei Stockwerk 
hohen weilsen Hause, welches westlich von der Brücke steht und von dem 
Faktor bewohnt wird. 
Das Löschen geht in Champerico, wie überhaupt an dieser Küste, ziemlich 
rasch von Statten. So lange der Zustand der See nur erlaubt, dafs Leichter 
(Lanchas) abkommen können, werden solche auch abgeschickt. Die grofsen 
Landungsbrücken sind zum HEntlöschen und Beladen der Leichter mit Dampf- 
krähnen versehen und in ihrer ganzen Länge mit Schienen belegt, so dafs die 
Güter vermittelst der Eisenbahn direkt von und nach den Leichtern befördert 
werden können. Gewöhnlich liegen drei oder auch fünf Leichter neben der 
Brücke in 1 Kabllg. Abstand von derselben vor Anker, 
Am 7. Juli verlielsen wir mit leichter Landbriese Champerico, um zurück 
nach Corinto zu segeln, wo wir zu laden hatten. Wir hielten uns auf dieser 
Fahrt, ebenso wie vorher, immer nahe der Küste, in 2 bis 6 Sm Abstand von 
derselben. Dies ist das Zweckmäfsigste, was man thun kann, besonders weil 
man auf diese Weise am meisten Vortheil von der Landbriese hat, Tags hatten 
wir sehr häufig Windstillen, mitunter von leichter Briese unterbrochen, die bald 
aus östlicher, bald aus westlicher Richtung kam. Eine gleichmäfsige beständige 
Briese, die länger als drei Stunden anhielt, war selten. Nachts traten fast 
rogelmäflsig schwere Gewitter auf, begleitet von Windböen und Regenfällen, 
Die sehr schweren Böen, welche in einzelnen Fällen die Stärke 10 erreichten, 
kamen weniger von den hohen Bergen, als aus den zwischenliegenden Schluchten. 
Gewöhnlich endete das Gewitter in starkem anhaltendem Regen. Darauf klarte 
die Luft ab, und war von dieser Zeit an nur noch leichte Briese zu erwarten. 
Nach Sonnenaufgang begannen die Berge, welche uns während der ganzen 
Fahrt als Laudmarken dienten, sich mit Wolken zu bedecken. 
Ein sehr schweres Gewitter mit Windstöfsen von der Stärke 10 bis 11 
und lang anhaltenden Regengüssen hatten wir in der Nähe des Golfes von 
Fonseca. Da wir aber vorbereitet waren und unsere Segel rechtzeitig geborgen 
hatten, ging das Unwetter, welches die ganze Nacht hindurch anhielt, ohne 
Schaden an uns vorüber. Die Richtung, aus welcher die Böen kamen, war 
Nordost, 
Am 14. Juli, nach siebentägiger Reise, langton wir vor Corinto an und 
ankerten, da zur Zeit leichter Ostwind herrschte, zunächst auf der Aufsenrhede 
auf 13m (7 Fad.) Tiefe, den Leuchtthurm auf der Insel Cardon in OzN mw. 
Am 15. Juli herrschte Windstille. Am 16. segelten wir mit leichter Briese 
aus SE bis SSE in den Hafen, 
{ch habe schon bemerkt, dafs die Schiffe, bevor sie eine Gelegenheit 
erhalten, um einsegeln zu können, oft sehr lange draußen vor Anker warten 
müssen. Ein solcher Aufenthalt ist am verdriefslichsten, wenn die Schiffe, wie 
es oft geschieht, nur hierher kommen, um zu klariren. Es besteht nämlich die 
üble Vorschrift, daß auch in einem solchen}Falle das Schiff in den inneren 
Hafen gelegt werden mufs, obschon sich die Geschäfte sehr wohl auch auf der 
Rhede besorgen liefsen. Wenn man in Corinto zu verbleiben hat, um Ladung 
einzunehmen, so thut man am besten, das Schiff gleich vor beiden Aukern zu 
vertänen.‘
	        
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