36 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1906.
eine mittlere Stärke von 2.5 der Beaufort-Skala; einmal im Monat, am
26. mittags, erreichte der Wind, aus NNW wehend, Sturmstärke (8). Dieser
Sturm wehte jedoch nur kurze Zeit,
Frühjahr 1905, Die mittlere Tagestemperatur betrug im diesjährigen
Frühjahr 9.2°; die höchste Temperatur (31.0°) wurde im letzten Drittel des
Monat Mai, die niedrigste (— 5.1°) im ersten Drittel des März beobachtet.
Frosttage, alle auf die erste Hälfte des Monats März entfallend, wurden
12 gezählt; zum letzten Male ging die Temperatur in der Nacht vom 16.
zum 17. unter den Gefrierpunkt. Sommertage wies der Monat Mai 3 auf,
Das Tagesmittel der Bewölkung betrug 5.8 Zehntel; es kamen
14 heitere und 27 trübe Tage zur Auszählung.
Bei einer mittleren relativen Feuchtigkeit der Luft von 75%, wurden
17 Regentage mit zusammen 104,7 mm Niederschlagsmenge gezählt,
Im letzten Monat war die Atmosphäre sehr dunstig, es traten häufig
dichte Nebel auf; 2 Gewitter, ein schwaches und ein stärkeres, kamen zum
Ausbruch.
Die Winde entwickelten, zum überwiegenden Teile dem SO-Quadranten
angehörend, eine Durchschnittsstärke von 2.5 der Beaufort-Skala. Sturmstärke
erreichte der Wind nur an einem Tage, und auch da nur für kürzere Zeit,
Heyne.
Vertikale Wasserbewegung und quantitative Verteilung des Planktons
im Meere.)
Von Alexander Nathansohn,
Seitdem Hensen durch seine bekannten Untersuchungen die quantitative
Methode eingeführt hat, ließen die Ergebnisse der biologischen Meeresforschung
immer deutlicher erkennen, daß die Menge des Planktons in einem bestimmten
Meeresteile nicht auf zufälligen Umständen beruht, sondern bezüglich der
örtlichen und zeitlichen Verteilung bestimmten Gesetzmäßigkeiten unterliegt.
Es konnte daher nicht ausbleiben, daß die Frage laut wurde, auf welche
Ursachen die Produktionsfähigkeit eines gewissen Meeresabschnittes zurück-
zuführen ist; die Lösung dieses Problems ist zum ersten Male von Brandt”)
versucht worden. In zwei inhaltreichen Abhandlungen suchte dieser Autor
namentlich die auf den ersten Blick paradox erscheinende Tatsache zu er-
klären, daß die Meere niederer Breiten im allgemeinen organismenärmer sind,
als die den Polen näher gelegenen Meeresteile, während man doch vermuten
sollte, daß in den ersteren der reichere Wärme- und Lichtgenuß das Pflanzen-
leben, und damit auch das Tierleben in höherem Maße fördern würde. Brandt
sucht dieses Paradoxon durch die Annahme zu erklären, daß im Meere denitri-
fizierende Bakterien tätig seien, welche die dem Meerwasser zugeführten
Nitrate unter Stickstoffabspaltung zerstören. Diese Tätigkeit soll nun in
wärmeren Meeren in intensiverer Weise vor sich gehen und in diesen die
Lebensbedingungen für andere Organismen besonders ungünstig gestalten,
Brandt hat diese Theorie durch den Nachweis der im Meerwasser
allerdings allenthalben verbreiteten Denitrifikationsbakterien zu stützen gesucht.
Nun ist aber zu bemerken, daß diese Bakterien zwar die Fähigkeit zur Stick-
stoffabspaltung besitzen, daß dieser Prozeß aber für-sie nicht unerläßliche
Lebensbedingung ist, und nur unter dafür besonders günstigen Umständen
ausgeführt wird. Diese sind aber im Meerwasser bei der großen Armut an
») In diesem Aufsatz soll zunächst eine skizzenhafte Darlegung des Zusammenhanges
zwischen Vertikalströmung und Organismenproduktion versucht werden. Kine ausführlichere Arbeit
über denselben Gegenstand an anderer Stelle wird eine eingehende Begründung jedes einzelnen
Punktes bringen. N
2) Brandt, Über den Stoffwechsel im Meerc, in Wiss, Meeresuntersuchungen, N. F.
LV. Abt. Kiel 1899: II. Abt, ibid. Bd. VI, 1902.No full text available for this image
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