MarineForum 7/8-2017
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Karte Offshore-Windkraftanlagen in der Deutschen Bucht (Wikipedia)
nachweisen können, und ebenso, dass die
Belastung des Meeres mit Schadstoffen wie
Phosphaten, die in den 80er Jahren des letzten
Jahrhunderts verboten wurden, erkennbar
zurückgegangen ist. Auch Öl, das durch
die Schiffe ins Meer gelangt, ist weitgehend
verschwunden. Doch immer wieder werden
neue Substanzen entdeckt, die noch nicht
geregelt wurden.
Die Bedeutung der Daten reicht noch
weiter. Sie fließen in Klimaszenarien und
Ozeanmodelle oder Forschungsprojekte
zur Entwicklung von Klimaanpassungsstrategien.
Und solche In-Situ Daten werden
unbedingt gebraucht, um die Sensoren
auf Satelliten zu validieren.
Ein neues Schiff
Zurzeit chartert das B5H für die großen
Monitoringfahrten das irische Forschungsschiff
„Celtic Explorer". Wenn 2020 der Neubau
des VWFS „Atair" in See stechen wird,
wird dieser neben seiner Hauptaufgabe,
der Seevermessung, auch solche Fahrten
übernehmen. Mit 74 Meter Länge und 17
Meter Breite wird die neue „Atair“ das größte
Schiff der BSH-Flotte werden und Platz
für 18 Besatzungsmitglieder und 15 Wissenschaftler
bieten. Sie wird - als weltweit
erstes seegängiges Behördenschiff - mit
Flüssiggas-Antrieb ausgestattet und somit
besonders emissionsarm und mit reduziertem
Treibhausgasausstoß unterwegs sein.
Das BSH folgt damit seinem Anspruch, in
Sachen Umweltfreundlichkeit Vorreiter zu
sein. Auch die Auflagen des „Blauen Engel"
für den Umweltschutz müssen beim Bau
erfüllt werden, und das Schiff soll hydroakustisch
leise fahren, wichtig für die Genauigkeit
der wissenschaftlichen Ergebnisse
und ein Plus für die Menschen an Bord
und die Meerestiere.
Auch die anderen Schiffe des BSH kommen
in die Jahre und müssen nach und
nach ersetzt werden. Noch kann auf Schiffe
für zahlreiche Aufgaben nicht verzichtet
werden, sie sind auf See das unentbehrliche
Arbeitsgerät schlechthin.
Wirksamkeit von internationalen
Übereinkommen
Die Beobachtung und Bewertung des Zustands
der Meere muss immer wieder durchgeführt
werden, um Handlungsbedarf zu erkennen,
und ebenso, um zu kontrollieren, ob
und inwieweit Übereinkommen zum Schutz
der Meere Wirkung zeigen. Die Internationale
Seeschifffahrtsorganisation IMO legt
international verbindlich und wirkungsvoll
Standards und Maßnahmen fest, die z.ß.
die Verschmutzung der Umwelt durch Seeschiffe
spürbar reduzieren. Das BSH wirkt
dort und in mehr als 15 internationalen Organisationen
und zahlreichen Gremien u.a.
an der Entwicklung und Durchführung solcher
Übereinkommen mit. Mit großem persönlichem
Engagement werden Methoden
entwickelt, um überwachen zu können, ob
Schiffe sich an die Vorgaben der Übereinkommen
halten. Ein Beispiel ist das im BSH
entwickelte Verfahren, mit dem nachgewiesen
werden kann, wer der Urheber einer Ölverschmutzung
im Meer ist.
Zurzeit arbeitet das BSH am Aufbau eines
Messnetzes entlang der deutschen Küsten
zur Überwachung von Schiffsabgasen. Die
Windkrafträder in der Nordsee (Foto: BSH)
Prototypen an der Elbe auf Neuwerk und
in Wedel, die in Zusammenarbeit mit dem
Institut für Umweltphysik der Universität
Bremen entstanden, analysieren aus der
Zusammensetzung der Abgasfahnen, ob
die vorbeifahrenden Schiffe sieh an den
seit Januar 2015 geltenden Grenzwert der
IMO von maximal 0,1 Prozent Schwefel im
Kraftstoff halten. Entsteht aufgrund der
Messungen der Verdacht, dass ein Schiff
die Grenzwerte nicht eingehalten hat,
nimmt die Wasserschutzpolizei im nächs
ten Hafen eine Kraftstoffprobe, die an
schließend vom BSH-Labor in Hamburg-Sülldorf
analysiert wird.
Wenn die „Celtic Explorer" im August dieses
Jahres in See sticht, wird sie einen solchen
„Emissionsschnüffler“ mit an Bord
haben, um auch auf Hoher See Schiffsemissionen
überwachen zu können.
Vermessung, Wracksuche und
Seekarten
Weniger im Blick der Öffentlichkeit ist die
eigentliche Hauptaufgabe der 5 Schiffe
des BSH; die Vermessung der deutschen
Meeresgebiete. Dazu sind sie nahezu täglich
auf See. Allein für die Vermessung und
Wracksuche — notwendige Vorarbeiten
für die Herstellung von Seekarten - legen
die Schiffe und ihre dazugehörigen Vermessungsboote
rund 11.000 Seemeilen
im Küstenmeer und der rund 57.000 km 2
großen Wasserfläche der deutschen Ausschließlichen
Wirtschaftszone (AWZ)
zurück. In je nach Untergrund bedarfsgerecht
festgelegten zeitlichen Abständen
vermessen sie den Meeresboden von