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Full text: Im Dienst für Schifffahrt und Meer

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MarineForum 7/8-2017 
Forschungsschiff „Atair“ (Foto: BSH) 
Wasserstandsdienst 
vember 2001 genehmigte das BSH diesen 
ersten Windpark in der AWZ als Testfeld 
zum Aufbau der Offshore-Windenergie. 
Die Daten von FING 1 ermöglichten der 
Wissenschaft, den Zustand der Nordsee 
in der direkten Umgebung vor und wäh 
rend des Baus und nach Inbetriebnahme 
des Windparks zu bewerten und damit 
Auswirkungen von Offshore-Windparks 
vor allen auf die Meeresumwelt abschät 
zen zu können. Das BSH hat dazu eine 
Reihe von Forschungsvorhaben im Auf 
trag des Bundesministeriums für Umwelt, 
Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit 
(BMUB) durchgeführt und koordiniert. So 
wurde beobachtet, dass die vom Baulärm 
zunächst verscheuchten marinen Säuger 
zurückkehren, wenn die Bauarbeiten in 
Windparks beendet sind. An den Grün 
dungen von Windenergieanlagen siedeln 
sich bodenbewohnende Organismen an, 
eine wichtige Nahrungsquelle für Fische 
und marine Säuger, und zusätzlich bieten 
Windparks geschützte Räume. Die Folge: 
Die Artenvielfalt und die Anzahl der Tiere 
sind gestiegen. 
In Zusammenarbeit mit Wirtschaft und 
Wissenschaft sind Standards zur ökologi 
schen Begleitforschung entwickelt wor 
den, ebenso für Baugrunduntersuchungen 
und zur Konstruktion von Windenergie 
anlagen. 
Inzwischen hat das BSH 34 Windparks 
mit 2 255 Windenergieanlagen und acht 
Konverterplattformen in Nord- und Ost 
see genehmigt. 
Zum 1. Januar 2017 trat mit dem Wind- 
energie-auf-See Gesetz ein neues Verfah 
ren in Kraft, das sich auch auf die Aufga 
ben des BSH auswirkt. Flächen, auf denen 
Windparks gebaut werden sollen, werden 
künftig von der Bundesnetzagentur (BNet- 
zA) ausgeschrieben. Das BSH wird eine 
Reihe von vorbereitenden Schritten über 
nehmen: Künftig wird ein AWZ-Flächen- 
entwicklungsplan aufgestellt, der die für 
Windparks grundsätzlich vorgesehenen 
Flächen und Netzanbindungen ausweist. 
Außerdem wird das BSH im Auftrag der 
BNetzA Datensätze und Informationen z.B. 
über den Baugrund, über ozeanografische 
oder ökologische Verhältnisse bereitstellen, 
die Bewerber für Windparkflächen benöti 
gen, um ein geeignetes Angebot abgeben 
zu können. 
Die Offshore-Windenergie hat das Poten 
zial, langfristigeine nachhaltige und zuver 
lässige Energieversorgung zu sichern. Das 
BSH unterstützt den Ausbau dieser wich 
tigen Energiequelle, sorgt aber gleichzeitig 
für den notwendigen Schutz der Umwelt, 
von Flora und Fauna. Die verschiedensten 
Interessen und öffentlichen Belange-auch 
Belange von Bündnis- und Landesverteidi- 
gung-sind zu prüfen und abzuwägen-ei- 
ne Herausforderung und wichtige Aufga 
be, der sich die Kolleginnen und Kollegen 
im BSH mit großem Engagement widmen. 
Untersuchungen des 
Zustandes der Meere 
Vier Mal jährlich legt eines der fünf Schiffe 
des BSH zu einer meereskundlichen Moni 
toringfahrt ab. Wahrend das VWFS „Atair" 
noch im Westen von HamburgfürdieMAR- 
NET-Kontrollfahrt beladen wird, legt das 
VWFS „Deneb" vor dem Rostocker Dienst 
sitz des BSH an. Eine Monitoringfahrt zur 
Messung der Radioaktivität in der Ostsee 
stand auf dem Einsatzplan. 1986 - im Jahr 
des Tschernobyl-Unfalls-war eines derBSH- 
Schiffe zufällig in der Ostsee unterwegs und 
dokumentierte als erstes Schiff die Folgen 
des Reaktorunfalls. Seither erfasst das BSH 
als Teil des Radioaktivitätsmessnetzes in 
Deutschland jährlich die radioaktive Belas 
tung in den deutschen Meeresgebieten. 
Die längste Fahrt ist die jährlich statt 
findende, sechs Wochen dauernde große 
Sommeraufnahme der Nordsee. Vor 51 Jah 
ren begann das Deutsche Hydrographische 
Institut (DHI), aus dem später das BSH wur 
de, mit solchen groß angelegten üntersu- 
chungsreisen. Seit jetzt 20 Jahren findet 
diese Fahrt ganz regelmäßig statt. 
Auf der 4.000 Seemeilen langen Stre 
cke nehmen die Wissenschaftlerinnen 
und Wissenschaftler des BSH an mehr als 
100 festgelegten Messpunkten Wasser 
proben und ermitteln aktuelle ozeanogra 
fische und meereschemische Daten wie 
die räumliche Verteilung von Temperatur, 
Salzgehalt, der oberflächennahen Chloro 
phyll- und Trübstoffe, die Sichttiefe und 
den Gehalt an Nährstoffen und organi 
schen Schadstoffen, Sauerstoffsättigung, 
Alkalinität und den pH-Wert des Seewas 
sers sowie die Konzentration ausgewählter 
künstlicher Radionuklide. 
Mit all diesen Daten können die Wissen 
schaftler und Wissenschaftlerinnen den Zu 
stand und die Veränderungen in der Nordsee 
bewerten. Die seit Beginn der Messungen 
andauernde Erwärmung der Nordsee um 
ca. 1,5 Grad haben die „Meeresdetektive des 
BSH", wie deutsche Medien sie nannten, so
	        
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