Teil A: Einführung
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Teil A: Einführung
1 Vorbemerkung
Im Rahmen der Genehmigungsverfahren zur Errichtung von Offshore-WEA in der AWZ haben die An
tragsteller bzw. Bauherrn den Nachweis der baulichen Anlagensicherheit im Sinne der Anwendung
und Einhaltung der allgemeinen Regeln der Technik zu führen (vgl. § 5 Absatz 2 SeeAnlV). Für die
Durchführung von Baugrunderkundungen als bautechnische Vorbereitung der Gründungsarbeiten für
Offshore-WEA Ist unter Moderation und Federführung des BSH der vorliegende Standard in einer 1.
Fortschreibung überarbeitet worden. Als technischer Standard im Sinne des § 4 Absatz 2 SeeAnlV
wird er, Im Standard „Konstruktive Ausführung von Offshore-Windeneraieanlaaen“ verankert, In den
Genehmigungen nach SeeAnlV vorgeschrieben. Die Vereinheitlichung dient der Rechts- und Investiti
onssicherheit und stellt einen wichtigen Bestandteil einer der Gleichbehandlung verpflichteten Bauge
nehmigungsbehörde bei Entscheidung über den Antrag auf Errichtung von Offshore-WEA dar.
Mit dem vorliegenden Standard Baugrunderkundung für Offshore-Wlndenergleparks gibt die Genehmi
gungsbehörde die gegenwärtigen technischen Mindestanforderungen heraus, die konkrete Vorgaben
für die geologische und geotechnlsche Baugrunderkundung für die Komponenten eines Offshore-Wlnd
energleparks im Sinne des „Standard. Konstruktive Ausführung von Offshore-Windeneraieanlaaen“. d.h.
Offshore-WEA, Plattform für die Umspannstation, Seekabel usw., enthalten. Dieser Standard beruht
In seiner 1. Fortschreibung auf der Grundlage einer fundierten Überarbeitung unter Mitwirkung einer
Expertengruppe aus Ingenieuren und Geowlssenschaftlern verschiedener Hochschulen, Behörden, Fir
men und Klassifizlerungsgesellschaften. Erträgt neben den bisherigen Erfahrungen zur Errichtung von
Offshore-WEA, die bislang Im europäischen Ausland gesammelt wurden, und den Ergebnissen der
Forschungsgruppe „Gigawlnd“, die aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt (BMU) finanziert
wurden, ebenso Rechnung wie den bisherigen Erfahrungen mit seiner 1. Fassung In der Praxis. Ferner
wurde der Standard Inhaltlich und formal an den Standard „Konstruktive Ausführung von Offshore-Wind
eneraieanlaaen“ In seiner jeweils aktuellen Fassung angepasst.
Dieser Standard Ist das Ergebnis einer überaus engagierten und in hohem Maße sachverständig ge
führten Diskussion. Soweit einige Auffassungen und Vorstellungen, die im Rahmen des Entscheidungs
findungsprozesses zur Diskussion gestellt wurden, keine Berücksichtigung gefunden haben, spricht
dies nicht gegen die einzelne sachverständige Auffassung. Vielmehr hat sich die in dieser Weise bera
tene Genehmigungsbehörde für eine von mehreren möglichen Lösungen entschieden oder Alternativen
zugelassen, die für das Verfahren als angemessen angesehen werden.
2 Allgemeines
Die Errichtung von Wlndenergleanlagen als Offshore-Bauwerke gehört zu den Baumaßnahmen mit
einem hohen geotechnlschen Schwierigkeitsgrad. Neben Aspekten der Konstruktion und Belastung
spielen die Baugrundverhältnisse eine entscheidende Rolle. Entgegen landläufiger Meinung stellt der
Meeresboden In der AWZ von Nord- und Ostsee keinen homogenen Sedimentkörper dar, sondern
kann sowohl regional als auch lokal sehr heterogen aufgebaut sein. Im Gegensatz zur eigentlichen
Konstruktion aus Stahl oder Beton können die Materlaieigenschaften des Baugrundes nicht an das
Bauwerk angepasst werden. Aus diesem Grund ist eine genaue Kenntnis der geologischen Verhältnisse
und geotechnlschen Eigenschaften des Untergrunds an den konkreten Standorten aller Komponenten
eines Offshore-Wlndenergleparks zwingend erforderlich, um eine erfolgreiche Realisierung von Off-
shore-Windenergieparks sicherzustellen.