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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

168 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1912, 
Höhe aus; diese beträgt nur 40 bis 50%, und zwar ist die mittlere Richtung, 
wenn man noch davon sprechen darf, unten westlich, in mittleren und größeren 
Höhen südlich. 
Nach den früheren Pilotballonaufstiegen aus diesen Breiten, die 
jedoch nur bis 1.5 km Höhe reichen, vgl. Fußnote S, 454, erscheint die Stetigkeit 
etwas größer, 60 % unten und 70 %, oben, während die mittlere Richtung, wahr- 
scheinlich durch das nahe Festland etwas beeinflußt, entsprechend N und NW, 
also ganz anders als bei den neueren Aufstiegen ist. 
Da wir uns hier nahe dem südatlantischen Hochdruckgebiet befinden, so 
erscheint die geringe Geschwindigkeit des Windes von 3 m p. Sek. an der Meeres- 
oberfläche nicht besonders auffallend; sie wächst aber auf 8 bis 9m in 2 bis 
3 km Höhe, um darüber nach unseren Beobachtungen wieder abzunehmen. 
Gruppe X. In ungefähr derselben Breite wie Gruppe IX, doch auf der 
pazifischen Seite Südamerikas liegt Gruppe X mit nur zwei niedrigen Auf- 
stiegen. Es soll daher nur kurz erwähnt werden, daß bei diesen entsprechend 
ihrer Lage an der Ostseite des pazifischen Hochdruckgebiets in den untersten 
Schichten eine südliche Strömung vorherrscht. Die Geschwindigkeit des 
Windes beträgt wie in Gruppe IX unten nur 2 bis 3 m p. Sek. und nimmt wie 
dort mit der Höhe ebenfalls schnell zu. 
3. Zusammenfassung. Die Winde in den Suhbtropen, 
In den nördlichen Subtropen scheint nach unsern Beobachtungen die 
westliche und nordwestliche Windrichtung sowohl unten wie in der Höhe vor- 
zuherrschen; in den südlichen Subtropen überwiegt die südwestliche, aber mit 
geringerer Stetigkeit, Die Luftströmung scheint also in den Subtropen 
westlich und jeweils etwas äquatorwärts gerichtet zu sein. Eine be- 
stimmte Winddrehung mit der Höhe ist nicht beobachtet. 
Die Geschwindigkeit zeigt in den nördlichen und südlichen Subtropen 
ähnlichen Verlauf. Sie beträgt unten 3 bis 4 m p. Sek,, ist also ziemlich gering, 
wächst aber verhältnismäßig schnell und gleichmäßig mit der Höhe auf 8 bis 
9m p. Sek. in 3 km, um darüber anscheinend wieder erheblich abzunehmen 
(Tafel 27); doch ist diese Abnahme sehr wahrscheinlich zum großen Teil auf 
die geringe Zahl und vor allem auf das Fehlen der Beobachtungen aus größerer 
Höhe bei stärkeren Winden zurückzuführen (vgl. S, 474). Auch die Geschwindig- 
keit unten erscheint infolge der Auswahl der für Ballonbeobachtungen günstigen 
Tage wahrscheinlich zu gering. 
B. Das Gebiet des NO-Passats. 
1. Gruppe II. 
Diese Gruppe liegt an der Nordseite des Passatgebiets, im Winter ziemlich 
nahe dem Roßbreitenmaximum. 6 Aufstiege fallen in diese Jahreszeit (Januar 
und März), Gruppe IIb, während 4 Aufstiege, die im August stattfanden, mehr 
im Innern des Passatgürtels liegen, Gruppe IIa (Tabelle 3 und Tafel 26). 
Unten schwankt die Windrichtung nur zwischen NO und SO; im Sommer 
scheint die nördliche Komponente, im Winter die südliche zu überwiegen. Die 
mittlere Richtung ist O mit 82% Stetigkeit, in 2 bis 3 km Höhe ONO, und 
die Stetigkeit hat in dieser geringen Höhe schon auf 32 %, abgenommen. Es 
kommen hier nördliche, südliche und sogar westliche Winde vor. Die Dia- 
gramme auf Tafel 26 zeigen diese charakteristische Zunahme der 
Veränderlichkeit mit der Höhe, wie sie Köppen zuerst für den NO- 
Passat hervorgehoben hat. 
In größerer Höhe nimmt die Stetigkeit wieder zu, und zwar nach 
unsern Beobachtungen auf 83 %, in 7 km, während die mittlere Windrichtung 
über N in 4 bis 5 km Höhe nach NNW in 7 bis 9km Höhe dreht. In der 
größten Höhe von 9 km scheint übrigens wieder eine Abnahme der Stetigkeit 
(auf 58%) zu erfolgen. Endgültige Ergebnisse sind aber auch für diese 
größeren Höhen aus einer geringen Anzahl von Stichproben nicht zu erhalten.
	        
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