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Object: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 39 (1911)

328 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1911. 
Straße bildet keine Schwierigkeiten, da weder im Fahrwasser noch in der Nähe 
davon gefährliche Stellen vorhanden sind, Beim KEinlaufen benutze man das 
Fahrwasser nördlich von Gotsu-sho, das 21/, Sm breit und ziemlich tief ist. Die 
der Küste an beiden Seiten der Straße vorgelagerten Untiefen liegen in weniger 
als 1/, Sm Entfernung von dem Lande. Zu berücksichtigen sind jedoch die 
starken Gezeitenströme, die bei Springtide mit 4 bis 6 Sm Geschwindigkeit 
durch die Straße setzen; auch bilden sich Stromwirbel in der Straße zwischen 
Gotsu-sho und Setsume-saki an der Nordseite der Einfahrt. Dieselben wurden 
auf dem Dampfer »Andalusia« lästig empfunden, Von Gotsu-sho erstreckt sich 
unreiner Grund 4 Kblg weit nach Süden und läßt nur ein 4 Kblg breites Fahr- 
wasser frei zwischen diesen Inselchen und Kogame-sho, dem nordwestlichen 
Ausläufer von Tsujino-shima-Riff. Yu-shima in der gleichnamigen Straße lasse 
man an St-B., nähere sich aber hier nicht zu sehr der Küste der Shimabara- 
Halbinsel, da Untiefen in ziemlicher Entfernung von der Küste liegen. Der 
weitere Weg nach Norden dürfte dann keine Schwierigkeiten bieten, wenn man 
sich in der Mitte des Fahrwassers hält. Im oberen Teil des Golfes wird jedoch 
das Fahrwasser durch einzelne Untiefen und Sand- und Schlickbänke beengt. 
Leuchtfener. Siehe »Leuchtfeuer aller Meere« 1911, Heft VIIL Tit, XI, 
Nr. 1632, 1633, 1636, 1639, 1645. 
Lotsenwesen, Ein Lotse kommt auf telegraphische oder direkte Bestellung 
in Kuchinotsu an Bord und bringt das Schiff nach Suminoye und von da wieder 
zurück bis Kuchinotsu, Die Lotsen sind meist japanische Küstenschiffer und 
haben kein Lotsenpatent, Die meisten von ihnen sprechen auch nur wenig 
englisch, wodurch eine Verständigung mit ihnen, außer in den Kommandos, 
schwierig wird. Lotsenzwang besteht nicht; es braucht auch kein Lotsengeld 
bezahlt zu werden, wenn kein Lotse genommen wird. Kapt. M. Engelhart be- 
zahlte 30 Yen Lotsengeld ein- und auslaufend zusammen. 
Schleppdampfer sind nicht vorhanden. 
Quarantäne. Schiffe vom Auslande kommend müssen in Kuchinotsu ein- 
klarieren und werden daselbst auf den an Bord herrschenden Gesundheitszustand 
untersucht. Von anderen japanischen Häfen kommend genügt der einmal aus- 
gestellte Küstenpaß, um frei mit dem Lande verkehren zu können. Der Gesund- 
heitszustand war im Juli 1904 an Bord und am Lande gut. 
Zollbehandlung. Nach dem Bericht von Kapt. Engelhart ist keine Zoll- 
station vorhanden; die Schiffe klarieren in Kuchinotsu ein und aus, dort müssen 
Schiffspapiere und Proviantliste vorgelegt werden. 
Der Ankerplatz auf der Reede von Suminoye Gawa ist Östlich von der die 
Einfahrt zum Flusse bezeichnenden Tonne; er ist gut und sicher, nur bei 
stürmischen südlichen Winden ist Vorsicht geboten, Die Wassertiefe beträgt 
etwa 6 m. 
Gezeiten, Nach der Brit, Adm-Krt. Nr. 3692 ist die Hafenzeit zu Kuchi- 
notsu Wan 8b 50min; die Hochwasserhöhe beträgt bei Springtide 3.7 m, bei Nipp- 
tide 2.4 m und der Niedrigwasserstand bei Nipptide 1.06 m. Der Flutstrom 
setzt nach Kapt. Engelhart mit 4 bis 6 Sm stündlicher Geschwindigkeit auf 
der Barre und im Hafen den Fluß hinauf; besonders bei südlichen frischen und 
stürmischen Winden, die das Wasser aus dem Golf in die Flußmündung hinein- 
treiben, wird der Flutstrom sehr verstärkt und der Wasserstand erhöht. Bei 
nördlichen Winden wird das Wasser aus dem nördlichen Golf herausgetrieben, 
dann ist wenig Wasser im Flusse und die Stärke der Gezeitenströme ist ver- 
ringert. Den Tidenhub bei Springhochwasser hat Kapt. Engelhart im Juli 1904 
ungefähr zu 5.6 m beobachtet. 
Die Barre bzw. den Verlauf des darüber hinführenden Fahrwassers fand 
Kapt. Engelhart, verglichen mit der japanischen Karte Nr, 113, letzte Korrektion 
vom März 1904, bedeutend verändert, Die Fahrrinne ist schmal, die Einsteuerung 
schwierig; man kann mit 3.2 m Tiefgang nur bei, oder kurz vor oder nach 
Hochwasser die Barre passieren,
	        
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