Die angesprochenen Befähigungsanforderungen sind als Mindestanforderungen
zu verstehen. Es sind Lehrinhalte definiert, die in wesentlichen Teilen Bestandteil
des Studiums des Vermessungswesens sind. Da die messenden und vermessenden
Tätigkeiten eines Hydrographen die logische Ausweitung des Vermessungswesens in
den maritimen Bereich darstellen, bietet sich eine Koppelung. des Hydrographie-
studiums an das Vermessungswesen an.
Durch diese Einbindung der Hydrographie in das Vermessungswesen werden
zwei wünschenswerte Effekte erreicht:
die Ausweitung des Berufsbildes des Vermessungsingenieurs und
die universelle Einsetzbarkeit der Hydrographen auch für Vermessungsauf-
gaben an Land.
Damit wird eine Spezialisierung vermieden; die Berufschancen der Absolventen
werden deutlich verbessert und eine spätere Tätigkeit an Land ermöglicht.
In den Befähigungsanforderungen ist weiterhin die große Bedeutung formuliert,
die der praktischen Ausbildung zukommt. Deshalb ist eine Fachhochschule mit ihrer
besonderen Betonung der praktischen Anteile im Studium als Ausbildungsstätte
optimal. Der Fachbereich Vermessungswesen der FH Hamburg mit einem traditio-
nell überdurchschnittlich hohen Praxisanteil im Studium hat dieses Ausbildungskon-
zept auch auf den Konsekutivstudiengang Vermessungswesen und Hydrographie
übertragen.
Das Studienangebot der FH Hamburg .
Der Konsekutivstudiengang Vermessungswesen und Hydrographie gliedert sich
in drei Studienabschnitte von jeweils 3 Semestern Dauer. Der erste Studienabschnitt
(Vermessungswesen) ist für alle Studenten des Fachbereichs Vermessungswesen
identisch und wird mit der Zwischenprüfung abgeschlossen.
Im zweiten Studienabschnitt (Vermessungswesen) gibt es zwei Möglichkeiten:
1 Studenten, die nur das Studium des Vermessungswesens anstreben, verlassen
nach dem 4. Semester die FH und absolvieren ihr Hauptpraktikum (eine
halbjährige Tätigkeit als Ingenieur-Assistent in der Praxis). Danach studieren
sie im 5. und 6. Semester weiter, wobei sie im 6. Semester die Wahl zwischen
4 Vertiefungsrichtungen (Ingenieurvermessung, Photogrammetrie und Topo-
graphie, Liegenschafts- und Planungswesen sowie Hydrographie) haben.
Nach dem Bestehen der Fachprüfungen und der Diplomarbeit wird ihnen das
Diplom für Vermessungswesen verliehen.
Studenten, die den Konsekutivstudiengang Hydrographie wählen, studieren
die drei Semester im zweiten Studienabschnitt (ohne Hauptpraktikum). Sie
müssen im 6. Semester die Vertiefungsrichtung Hydrographie wählen und
danach die Fachprüfungen Vermessungswesen ablegen. Damit haben sie die
Eingangsvoraussetzungen für den dritten Studienabschnitt erfüllt.
Im dritten Studienabschnitt (Hydrographie) werden neben mathematischen und
physikalischen Grundlagen besonders die Bereiche Meßgeräte und -systeme, Ver-
messung auf See, Geowissenschaften, Seefahrtskunde und Automation vermittelt.
Zwischen dem 7. und 8. Semester ist das halbjährige Hauptpraktikum (s. v.) zu
absolvieren. Den Abschluß des Studiums bilden nach dem 9. Semester die Fachprü-
fung Hydrographie und die Diplomarbeit, danach wird das Diplom für Vermessungs-
wesen und Hydrographie verliehen. .
Studenten anderer Hochschulen haben die Möglichkeit, mit bestandener Zwi-
schenprüfung im Studiengang Vermessungswesen im zweiten Studienabschnitt wei-
terzustudieren. Diplomingenieure des Vermessungswesens können das Studium im
dritten Studienabschnitt aufnehmen, wenn sie den Vertiefungsanteil Hydrographie
des 6. Semesters nachholen.
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