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fullscreen: 55, 1936

Dr. Erich Goedecke: Der Kalkgehalt irn Oberflächenwasser der Unterelbe und Deutschen Bucht 
15 
Tabelle 2. 
Die höchsten Werte bei 
Geesthacht: A u = 2,161 
Bunthaus: 2,151 
und die niedrigsten bei 
Geesthacht: 
Bunthaus: 
•^f589 
Af597 
2,031 mäquiv/L 
2,056 
1,499 
1,358 
J 21. IX. 33. 
I 28. VII. 33. 
Diese Schwankungen werden wahrscheinlich durch die wechselnde Wasserführung des Stroms und durch biolo 
gische Umsetzungen bedingt. 
Figur 1 zeigt den wahrscheinlichen jährlichen Kalkgehaltsverlauf bei Geesthacht und Bunthaus. Die Win 
termonate fallen, wie schon früher angedeutet, heraus; trotzdem ist aus dem Gesamtverlauf der Kurven der wahr 
scheinliche mittlere Kalkgehalt für jeden Monaten anzugeben. Zusammenfassend kann man sagen, daß beide 
Stationen den gleichen Gang und zum Teil auch dieselben Schwankungen aufweisen. Im Sommer 1932 sinkt der Wert 
auf 1,500 und im Herbst steigt er auf 2,000 mäquiv/L. Im hinter scheint dagegen wieder eine Abnahme des 
gelösten Kalkes stattzufinden. Dies ist wahrscheinlich dadurch zu erklären, daß während der Eisbildung Kalk im 
Eise angereichert und dem Wasser entzogen wird (Wiese) 30 . Zu Beginn des Frühjahrs wird ein stärkeres 
Minimum erreicht mit ca. 1,66, während gegen Ende des Frühjahrs der Kalkgehalt auf 1,93 ansteigt. Im Sommer 
dagegen nimmt der Kalkgehalt wieder ab bis auf 1,8 und erreicht im Herbst 1933 das gleiche Maximum wie im 
entsprechenden Herbst 1932. Das Minimum im Sommer 1933 war nicht so stark ausgeprägt wie im vorher 
gehenden Sommer 1932. Wir stellen also fest, daß wahrscheinlich im Frühjahr und im Sommer dem Wasser Kalk 
entzogen und im Herbst bis Anfang Winter Kalk vom Wasser auf genommen wird. Man könnte annehmen, daß 
das Flußwasser im Sommer an Kalk untersättigt (Kalkdefizit) und im Herbst übersättigt (Kalküberschuß) wäre. 
Um diese letzte Frage vielleicht entscheiden zu können, benutzen wir Tabelle 3 31 . 
Tabelle 3. 
Löslichkeit von CaCOg unter normalem Teildruck von CO2 in der Atmosphäre (0,00032) bei verschiedenen Tem 
peraturen. Nach Johnston und Williamson, 1916. 
o°c 
Absorptions 
koeffizient 
von C0 2 
mg freies C0 2 
in 1 1 
mg CaCOs 
1kg (ca. 11) 
der Lösung 
Menge Kalk in 
mäquiv/L 32 
0 
1.713 
1.084 
81 
1.58 
5 
1.427 
0.903 
75 
1.50 
10 
1.198 
0.758 
70 
1.40 
15 
1.019 
0.645 
65 
1.30 
20 
0.878 
0.555 
60 
1.20 
25 
0.757 
0.479 
56 
1.12 
Vergleichen wir diese Zahlen der letzten Spalte der Tabelle mit den in situ beobachteten Kalkgehalts 
werten, so können wir ohne weiteres annehmen, daß auch hier, wie wir es aus den Untersuchungen von Watten 
berg (1933) an Ozean wasser her wissen, das Flußwasser der Elbe an Kalk übersättigt ist. Obgleich im Fluß- 
und auch im Mischwasser (Elbmündung) des Elbstroms ständig und genügend suspendierte Kalkpartikelchen 
vorhanden sind, die diese Übersättigung aufheben könnten, muß man aus den gewonnenen Beobachtungen schlie 
ßen, daß dieser metastabile Zustand einzig und allein von den Kalkorganismen geschaffen und auch aufrecht 
erhalten wird. Wegen der großen Schwankungen hydrographischer und biologischer Faktoren werden in diesem 
Untersuchungsgebiet die Ubersättigungsverhältnisse sehr verwickelt sein. Genaueres läßt sich bis jetzt noch nicht 
darüber sagen. 
30 W. Wiese: Zur Kenntnis der Salze des Meereises. Ann. d. Hydr. usw. 1930. Bd. 58 S. 282, und — ders. —: Zur 
Kenntnis der Alkalinität des Meerwassers. Ann. d. Hydr. usw. 1933. S. 241. 
31 J. Pia: Neue Berechnungen der Löslichkeit des kohlensauren Kalkes. Int. Revue d. ges. Hydrobiol. usw. 1933. 
Bd. 29, S. 87. 
32 Die letzte Spalte der Tabelle (Menge Kalk in mäquiv/L) ist vom Verfasser ausgefüllt worden, wo die mg CaCC>3/l 
in Milliäquival/L umgerechnet wurden.
	        
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