450 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1908,
Polar Basin which may be considered as a large Fjord, The surface layer of
Polar water is chiefly obliged to run towards the main entrance to this Fjord,
1. € the opening between Spitsbergen and Greenland.« Siehe auch S, 8395,
+Frams« Trift ist die translatorische Bewegung der Eisscholle, in welcher
üas Schiff eingefroren war, Nansen macht ausdrücklich darauf aufmerksam,
daß diese Trift bedingt ist auch von Winden, die an anderen Stellen wehen
(z. B. S. 360, 380, 8382) und auf den Einfluß des Landes auf die Bewegung
des Eises,
Es ist, so scheint es mir, dies ein außerordentlich interessantes Phänomen
bei einem ganzen Becken, dessen Breite nicht viel kleiner als die Länge ist, und
mit einer einzigen sozusagen praktischen AusfluBmündung, ein Becken, das im
Winter yon einer zusammenhängenden Eismasse bedeckt ist, welche, ungeachtet
daß das Becken gegen die Mündung sich einengt, gegen diese stetig treibt, Daß
die Eisfelder in einer solchen Trift aneinander drücken, um Raum zu erhalten,
scheint eine natürliche Folge, und daß sie auch drehenden Bewegungen unter-
worfen sind, geht aus der Tabelle hervor, welche »Frams« Kompaßkurs enthält,
in Vol II H, Geelmuyden, Astronomical Observations, S, 77 bis 82.
Unter solchen Umständen scheint mir »Frams« Trift wenig geeignet, um
daraus ein allgemein gültiges Verhältnis zwischen der Richtung und Stärke des
Windes und der Richtung und Geschwindigkeit des Windstromes herzuleiten. Um
die Ordinaten der »Dichtigkeitsfläche« zu finden, ist Kenntpis der spezifischen Ge-
wichte des Wassers an vielen Punkten und in verschiedenen Reihen erforderlich.
Eine einzelne Reihe wie »Frams« Kurs ist nicht ausreichend.
Einen anderen Beweis für die Ablenkung des Windstroms von der Rich-
tung des Windes als Wirkung der Erdrotation hat man geglaubt in den Wind-
und Strombeocbachtungen am Adler Grund in der Ostsee zu finden. Xch bin
zu der Meinung geneigt, daß es die Konfiguration des Bodens ist, welche hier
den. größten Einfluß auf die Richtung der Strömungen hat. Überhaupt ist die
Form des Raumes, in welchem ein Meeresstrom geht, ein Faktor, auf den man
beim Studium solcher die größte Rücksicht nehmen muß,
Die direkte Messung der Richtung und Geschwindigkeit der Meeres-
strömungen. in allen Tiefen und. allen. Jahreszeiten wird der gerade Weg sein,
um die vielen verwickelten Erscheinungen in diesem Teil der Ozeanographie
zum näheren Verständnis zu bringen. Die interessanten Messungen dieser Art,
welche B. Helland-Hansen beschreibt in »Current Measurements in Norwegian
Fjords, the Norwegian Sea and the North Sea in 1906« (Bergens Museums Aar-
bog 1907, Nr. 15) und die mit einen von Dr. Ekman konstruierten sinnreichen
Apparat ausgeführt sind, scheinen sehr vielversprechend in dieser Richtung, Ein
Faktor, welcher sich geltend macht, ist hier die Gezeitenströmung,
Christiania, 2. Juli 1908. H. Mohn.
Ableitung der Ausdrücke für die bei Kreuzung zweier Gezeitenwellen
auftretenden Erscheinungen.
[Eine Ergänzung zu einem Aufsatz über die Gezeiten im Englischen Kanal
in den »Annalen der Hydrographie usw.« 1898.)
Von Prof, Dr. €. Börgen.
(Schluß,
8. Anwendung der vorhergehenden Ergebnisse auf beobachtete Erscheinungen.
Um nun die Ergebnisse der vorstehend entwickelten Formeln auf Vor-
gänge, wie sie in den britischen Gewässern und der südwestlichen Nordsee beob-
achtet worden sind, anwenden zu können, muß eine kurze Darlegung über den
wahrscheinlichen Verlauf der Wellen und ihrer Höhenverhältnisse vorangeschickt
werden, Es sei daher gestattet, den betreffenden Passus aus dem Aufsatz Ȇber
die Gezeiten im Englischen Kanal usw.« aus den »Ann, dc, Hydr. usw.« für 1898
mit einigen Änderungen hier zu wiederholen.