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Full text: Untersuchungen historischer hydrographischer Daten des nördlichen Europäischen Nordmeeres im Hinblick auf moderne Vorstellungen zur Wassermassenbildung und Zirkulation

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hang ab und dringt in die zentrale Grönlandsee ein. 
Der Ausstrom aus dem Arktischen Ozean wird in den wenigen 
historischen Daten sichtbar (KOLTERMANN and MACHOCZEK, 1985), wird 
aber in Veröffentlichungen älteren Datums, soweit bekannt, nicht 
erwähnt. In neueren Arbeiten (AAGAARD et al., 1985, KOLTERMANN, 
1985) wird dieser Ausstrom genauer beschrieben. 
Die Mischwassermasse aus GSEW und EBDW ergibt eine Wassermasse, 
die die Charakteristika des NSEW besitzt. Diese Möglichkeit der 
Bildung von NSEW wird schon in den alten Daten sichtbar, ist aber, 
da die Meßwerte, die Hinweise auf die Existenz des Ausstroms von 
EBEW aus dem Arktischen Ozean gaben, nicht in diesem Sinne inter 
pretiert worden sind, erst von AAGAARD et al. (1985) und von SWIFT 
(1986) beschrieben worden. 
Unterhalb von 1900 m Tiefe läßt sich der Ausstrom weder in der 
Temperatur— noch in der Salzgehaltsverteilung nachweisen. Der Ein 
strom von EBEW in die Grönlandsee erfolgt zwischen 1500 - 1900 m 
Tiefe. Dieser Tiefenbereich stimmt mit dem überein, den AAGAARD et 
al. (1985) als Tiefenbereich für den Kompensationsdruck von EBDW und 
GSEW berechnet haben. 
Im allgemeinen existiert ein Druck, bei dem die In—situ Dichten 
zweier in Temperatur und Salzgehalt geringfügig unterschiedlicher 
Wassermassen gleich sind. Dieser Druck wird als Kompensationsdruck 
bezeichnet. Oberhalb dieses Druckniveaus ist die in-situ Dichte der 
kälteren und salzärmeren Wassermasse geringer als die der wärmeren 
und salzreicheren Wassermasse. Unterhalb dieses Niveaus ist das 
kältere, salzarmere Wasser dichter. Auf die Bedeutung dieser unter 
schiedlichen Kompressibilitätseffekte für die Schichtung im tiefen 
Ozean hat als Erster EKMANN und WÜST (1934) hingewiesen. 
Für EBEW, das im Bereich der Fram-Straße eine Temperatur von 
- 0,95° C und einen Salzgehalt von 34,93 besitzt, und GSIW mit einer 
Temperatur von -1,28° C und einem Salzgehalt von 34,89 liegt der 
Kompensationsdruck zwischen 1900 und 2000 dbar, was in etwa einer 
Tiefe von 1900 m entspricht. Das EBEW kann sich, wenn es in der 
Fram-Straße auf das GSDW trifft, nur in einer Tiefe ausbreiten, die 
der des Kompensationsdrucks entspricht, da es oberhalb dieser Tiefe 
schwerer und unterhalb davon leichter als das GSEW ist. Die 
vertikale Ausdehnung des Ausstroms aus dem Arktischen Ozean wird 
durch die Kompressibilitätsterme in der Zustandsgleichung bestimmt 
und die horizontale Ausdehnung durch Rotationseffekte 
(Corioliseffekt).
	        
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