accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Untersuchungen historischer hydrographischer Daten des nördlichen Europäischen Nordmeeres im Hinblick auf moderne Vorstellungen zur Wassermassenbildung und Zirkulation

- 47 - 
7. Der Ausstrom aus dem Arktischen Ozean 
Drei Strömungen dringen aus dem Arktischen Ozean durch die 
Fram-Straße in das Europäische Nordmeer ein. Eine davon, der EGC 
wird bereits von HELLAND-HANSEN und NANSEN (1909) beschrieben. An 
der Oberfläche strömt kaltes, salzarmes PW über den ostgrönländi 
schen Schelf nach Süden. Die zweite Strömung transportiert modi 
fiziertes AU, das den Arktischen Ozean zyklonal durchströmt hat, in 
150 - 800 m Tiefe in die Grönlandsee und ist ebenfalls seit langem 
bekannt. KIILERICH (1945) bezeichnet sie als Atlantischen Unter 
strom. In neuerer Zeit entdeckte man im Tiefenwasserbereich einen 
weiteren Ausstrom aus dem Arktischen Ozean. AODW fließt an der 
grönländischen Schelfkante in einer Tiefe zwischen 1500 - 1900 m aus 
dem Arktischen Ozean nach Süden (vgl. Kapitel 3, Abschnitt 3). 
Die historischen Daten lassen den Ausstrom von PW an der 
Oberfläche deutlich erkennen. Der Atlantische Unterstrom kann nicht 
nachgewiesen werden, da er sich bei 80° N mit dem RAC verbindet und 
nördlich davon zu wenig Daten vorliegen. Der von AAGAARD et al. 
(1985) und KOLTERMANN (1985) erstmalig beschriebene Ausstrom von 
AODW aus dem Arktischen Ozean im Tiefenwasserbereich läßt sich auch 
schon mit den historischen Daten nachweisen, wird aber in älteren 
Veröffentlichungen nicht erwähnt. 
Kaltes, salzarmes PW strömt aus dem Arktischen Ozean an der 
Ostküste Grönlands nach Süden vordringend ins Europäische Nordmeer. 
Die Mächtigkeit der Schicht des PW beträgt ca. 150 m. Der 20 - 150 
m-Tiefenbereich umfaßt die Kernschicht des PW. Seine Temperatur 
beträgt überall weniger als -1,0° C (Abb. Nr. 23). Zur ostgrönländi 
schen Küste hin sinkt sie auf Werte unter -1,5° C. Das PW in der 
polaren Domäne wird durch eine ausgeprägte Front von der Arktischen 
Domäne im Osten getrennt. Im Bereich des RAC beträgt der Temperatur 
gradient 3° C/70 km. Dies entspricht einer Temperaturänderung von 
0,043° C/km. Der Temperaturgradient ist in dieser Region größer als 
der zwischen Arktischer und Atlantischer Domäne in der gleichen 
Tiefe, der 4° C/125 km oder 0,032° C/km beträgt. 
Die Polarfront ist in der Salzgehaltsverteilung (Abb. Nr. 29) 
ebenfalls deutlich ausgeprägt. Die Salzgehaltsänderung bei 78° N 
beträgt 0,01/km. Die 34,0 Isohaiine verläuft nahezu parallel zu der 
1° C Isotherme. Im nordwestlichen Teil des Grönlandschelfs sinkt der 
Salzgehalt auf Werte von weniger als 33,0. Unterhalb von 150 m 
findet man kein PW, sondern AIW vor. 
Der EGC transportiert den größten Teil von PW aus dem Arktischen 
Ozean ins Europäische Nordmeer. Ein ganz geringer Teil gelangt durch 
den ESC aus der nördlichen Barentssee an der Südspitze Spitzbergens
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.