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7. Der Ausstrom aus dem Arktischen Ozean
Drei Strömungen dringen aus dem Arktischen Ozean durch die
Fram-Straße in das Europäische Nordmeer ein. Eine davon, der EGC
wird bereits von HELLAND-HANSEN und NANSEN (1909) beschrieben. An
der Oberfläche strömt kaltes, salzarmes PW über den ostgrönländi
schen Schelf nach Süden. Die zweite Strömung transportiert modi
fiziertes AU, das den Arktischen Ozean zyklonal durchströmt hat, in
150 - 800 m Tiefe in die Grönlandsee und ist ebenfalls seit langem
bekannt. KIILERICH (1945) bezeichnet sie als Atlantischen Unter
strom. In neuerer Zeit entdeckte man im Tiefenwasserbereich einen
weiteren Ausstrom aus dem Arktischen Ozean. AODW fließt an der
grönländischen Schelfkante in einer Tiefe zwischen 1500 - 1900 m aus
dem Arktischen Ozean nach Süden (vgl. Kapitel 3, Abschnitt 3).
Die historischen Daten lassen den Ausstrom von PW an der
Oberfläche deutlich erkennen. Der Atlantische Unterstrom kann nicht
nachgewiesen werden, da er sich bei 80° N mit dem RAC verbindet und
nördlich davon zu wenig Daten vorliegen. Der von AAGAARD et al.
(1985) und KOLTERMANN (1985) erstmalig beschriebene Ausstrom von
AODW aus dem Arktischen Ozean im Tiefenwasserbereich läßt sich auch
schon mit den historischen Daten nachweisen, wird aber in älteren
Veröffentlichungen nicht erwähnt.
Kaltes, salzarmes PW strömt aus dem Arktischen Ozean an der
Ostküste Grönlands nach Süden vordringend ins Europäische Nordmeer.
Die Mächtigkeit der Schicht des PW beträgt ca. 150 m. Der 20 - 150
m-Tiefenbereich umfaßt die Kernschicht des PW. Seine Temperatur
beträgt überall weniger als -1,0° C (Abb. Nr. 23). Zur ostgrönländi
schen Küste hin sinkt sie auf Werte unter -1,5° C. Das PW in der
polaren Domäne wird durch eine ausgeprägte Front von der Arktischen
Domäne im Osten getrennt. Im Bereich des RAC beträgt der Temperatur
gradient 3° C/70 km. Dies entspricht einer Temperaturänderung von
0,043° C/km. Der Temperaturgradient ist in dieser Region größer als
der zwischen Arktischer und Atlantischer Domäne in der gleichen
Tiefe, der 4° C/125 km oder 0,032° C/km beträgt.
Die Polarfront ist in der Salzgehaltsverteilung (Abb. Nr. 29)
ebenfalls deutlich ausgeprägt. Die Salzgehaltsänderung bei 78° N
beträgt 0,01/km. Die 34,0 Isohaiine verläuft nahezu parallel zu der
1° C Isotherme. Im nordwestlichen Teil des Grönlandschelfs sinkt der
Salzgehalt auf Werte von weniger als 33,0. Unterhalb von 150 m
findet man kein PW, sondern AIW vor.
Der EGC transportiert den größten Teil von PW aus dem Arktischen
Ozean ins Europäische Nordmeer. Ein ganz geringer Teil gelangt durch
den ESC aus der nördlichen Barentssee an der Südspitze Spitzbergens