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Full text: Untersuchungen historischer hydrographischer Daten des nördlichen Europäischen Nordmeeres im Hinblick auf moderne Vorstellungen zur Wassermassenbildung und Zirkulation

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5. Methoden zur Darstellung der Zirkulation 
In dieser Arbeit werden zur Darstellung der Zirkulation drei 
unterschiedliche Verfahren angewandt: 
1) Darstellung der horizontalen Verteilung von Temperatur und 
Salzgehalt in ausgesuchten Tiefenstufen: 
Eine Strömung, die mit der Verteilung von Temperatur und Salzge 
halt verbunden ist, verläuft entweder parallel zu den Isoplethen der 
Wassereigenschaften oder schneidet diese (CARMACK, 1972). 
Unter der Annahme einer stationären Verteilung befindet sich der 
advektive und der diffusive Transport von Wärme und Salz im 
Gleichgewicht. Da der diffusive Transport senkrecht zur mittleren 
Strömung gerichtet sein kann, ist es möglich, daß ein Wasserteilchen 
seine Eigenschaften entlang einer Stromlinie verändert und dann eine 
Isolinie der Verteilungen von Temperatur und Salzgehalt kreuzt. 
Daraus ergibt sich, daß in dem Maß, in dem das Verhältnis 
zwischen diffusivem Transport zu advektivem Transport zunimmt, auch 
die Abweichung zwischen den Isoplethen der Wassereigenschaften und 
den Stromlinien größer wird. 
Wenn die mittlere Geschwindigkeit groß und der diffusive im 
Vergleich zum advektiven Transport gering ist, verläuft die Strömung 
nahezu parallel zu den Isoplethen. Ist die Geschwindigkeit gering 
und der diffusive Transport im Verhältnis zur Advektion groß, kreuzt 
die Strömung die Isolinien. 
2) Darstellung der Verteilung von Temperatur und Salzgehalt auf 
Dichteflächen: 
ROSSBY (1936) und MONTGOMERY (1938) haben als erste die Zirkula 
tion mit Hilfe der Verteilung von Temperatur und Salzgehalt auf 
Dichteflächen dargestellt. 
Die Methode der Isopyknenanalyse beinhaltet die Verteilung von 
Eigenschaften wie Temperatur, Salzgehalt, Sauerstoffgehalt, etc. auf 
einer Fläche gleicher potentieller Dichte. Eine solche Analyse ist 
ungefähr gleichbedeutend mit einer Isentropenanalyse, die in der 
Meteorologie angewandt wird (PICHLER, 1984), da eine Fläche gleicher 
Dichte in etwa einer Fläche gleicher Entropie entspricht (CARMACK, 
1972). 
Man geht davon aus, daß eine Strömung aus energetischen Gründen 
vorzugsweise auf Flächen gleicher Entropie und nicht senkrecht dazu 
verläuft. 
Eine Strömung auf einer Fläche gleicher Entropie verändert weder 
die Masse noch die potentielle Energie eines Systems. Es wird keine 
Arbeit benötigt, um eine Strömung auf einer solchen Fläche aufrecht 
zu erhalten.
	        
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