30 -
betragen 0,1 und 0,02.
Um jahreszeitliche Schwankungen zu eliminieren, wurden die Hori
zontalverteilungen für Temperatur und Salzgehalt im oberflächennahen
Bereich getrennt für Sommer- und Winterhalbjahr angefertigt. Bei der
Festlegung von Sommer- und Winterhalbjahr wurden die sechs Monate
mit den höchsten Temperaturwerten als Sommerhalbjahr und die ver
bleibenden Monate als Winterhalbjahr definiert. Der Sommer reicht
von Juni bis November und der Winter von Dezember bis Mai.
Ursprünglich sollte eine derartige Festlegung denen entsprechen, die
andere Autoren benutzen, um eine gute Vergleichsbasis zu bieten.
Dies war nicht möglich, da bisher keine einheitlichen Zeitspannen
für die Festlegung von Sommer- und Winterhalbjahr vorliegen.
DIETRICH (1969) definiert in seinem Atlas als Sommer die Monate
August bis Oktober und als Winter die Monate Februar bis April. Die
hier benutzte Einteilung kann sich auch nicht an die meteorologische
Definition halten, da das Meer aufgrund der hohen spezifischen Wärme
von Wasser verzögert auf atmosphärische Veränderungen der Temperatur
reagiert. Die Eisgrenze in der Sommerhalbjahresdarstellung der
Temperaturverteilung entspricht dem Zentralwert der Eisbedeckung des
Monats September, der über die Jahre 1963 bis 1978 gemittelt ist
(STRÖBING, 1985, pers. Mitteilung). Bei der Winterdarstellung wurde
der Zentralwert der Eisbedeckung des Monats März gewählt. Der
Zentralwert gibt die beobachtete mittlere Position der Eisgrenze an.
Zusätzlich wurden Temperatur- und Salzgehaltsverteilungen auf
Dichteflächen erstellt, um unter der Annahme, daß sich Wassermassen
aus energetischen Gründen bevorzugt auf Isopyknenflächen ausbreiten,
charakteristische Wassermassen wie z. B. AW besser als in den
Verteilungen von Temperatur und Salzgehalt der Tiefenbereiche ver
folgen lassen.
Um Aussagen Uber den Verlauf der Zirkulation im Europäischen
Nordmeer machen zu können, wurden Karten der Verteilung der poten
tiellen Vorticity in unterschiedlichen Dichtebereichen angefertigt.
Die zugrundeliegende Theorie wird im Anhang erläutert.
Die potentielle Vorticity wurde nach dem Verfahren von McDOWELL,
RHINES und KEFFER (1982) berechnet. Zuerst wurden Karten von der
Tiefenlage der Dichteflächen erstellt, dann die Tiefendifferenz pro
l°xl° Feld ermittelt. Die weitere Berechnung geschah nach folgender
Formel:
V P
q = potentielle Vorticity
f = Coriolis-Frequenz