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Full text : Untersuchungen historischer hydrographischer Daten des nördlichen Europäischen Nordmeeres im Hinblick auf moderne Vorstellungen zur Wassermassenbildung und Zirkulation

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abgekühlt  und  sinkt  bis  zur  Salzgehaltssprungschicht.  Dort  wird  es
durch  das  darunterliegende  AW  erwärmt,  verändert  aber  aufgrund  der
unterschiedlichen  Diffusionsgeschwindigkeiten  seinen  Salzgehalt
nicht  wesentlich.  Es  wird  leichter  und  steigt  wieder  an  die
Meeresoberfläche,  wo  es  seine  Wärme  an  die  Atmosphäre  abgibt  und
erneut  absinkt.  Das  AW,  das  seine  Wärme  an  das  PW  abgegeben  hat,
aber  dessen  Salzgehalt  nahezu  unverändert  bleibt,  ist  schwerer
geworden,  sinkt  nach  unten  und  wird  durch  neues,  warmes  AW  ersetzt.
Die  Salzgehaltssprungschicht  bleibt  erhalten,  und  es  bilden  sich
zwei  Konvektionsregime  aus.  Teile  des  AW  werden  abgekiihlt  und  sinken
langsam  in  die  Tiefe,  bis  sie  eine  Dichte  erreicht  haben,  die  der
des  Tiefenwassers  entspricht  (Abb.  Nr.  11).

Abb.  11  Der  Doppeldiffusionsprozeß  in  einem  Theta/S-Diagramm
  nach  CARMACK  und  AAGAARD  (1973)
A  =  Atlantisches,  S  =  Polares  Wasser,
BW  =  Tiefenwasser

McDOUGALL  (1983)  ergänzte  diese  Theorie,  in  dem  er  mit  seiner
Modellrechnung  herausfand,  daß  die  Mengen  des  advektierten  AW  und
des  Tiefenwassers,  das  durch  Doppeldiffusion  gebildet  wird,  gleich
groß  sind.  Somit  reicht  Doppeldiffusion  alleine  aus,  um  die  von
CARMACK  und  AAGAARD  (1973)  geschätzte  Menge  von  30  +/-  io  x  10 3  km 3
Tiefenwasser,  die  das  Europäische  Nordmeer  verläßt,  zu  produzieren.
KILLWORTH  (1979)  entwickelte  eine  Tiefenwasserbildungstheori^
die  auf  grundsätzlich  anderen  physikalischen  Prozessen  als  die
Theorie  von  CARMACK  und  AAGAARD  (1973)  beruht.  Er  zeigt,  daß
Tiefenwasser  in  flächenmäßig  kleinen  Gebieten  produziert  Jerden
kann.  Als  Voraussetzung  muß  durch  physikalische  Prozesse  die  Stabilität ­
  einer  eng  begrenzten  Region  reduziert  werden.  Barokline
Instabilität  der  mittleren  Strömung  ist  in  der  Lage  zyklonale  und
antizyklonale  Wirbel  zu  bilden,  deren  Durchmesser  dem  Rossby-Radius
            
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