accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Untersuchungen historischer hydrographischer Daten des nördlichen Europäischen Nordmeeres im Hinblick auf moderne Vorstellungen zur Wassermassenbildung und Zirkulation

- 17 
3.4 Moderne Gesichtspunkte zur Wassermassenbildung 
SWIFT (1986) hat einen schematischen Überblick der zur Zeit 
gültigen Vorstellungen zur Wassermassenbildung im Europäischen Nord 
meer erstellt. Die folgende Beschreibung bezieht sich auf sein 
Schema (Abb. Nr. 10). 
Atlantisches und Polares Wasser bilden die beiden Ursprungs 
wassermassen im Europäischen Nordmeer. Alle anderen Wassermassen in 
diesem Meeresgebiet entstehen durch physikalische Prozesse aus 
diesen beiden Wassermassen. 
Abgekühltes AW und erwärmtes PW bilden ASW. Der Bildungsprozeß 
findet in der Arktischen Domäne statt. Das abgekühlte AW dringt vor 
Spitzbergen und nordöstlich von Jan Mayen, das modifizierte PW mit 
dem Jan Mayen-Strom in die Arktische Domäne ein. 
Das AW ist die Quelle für zwei weitere Wassermassen: das 1AIW und 
das Barentssee-Bodenwasser. Durch Abkühlung des leicht verdünnten AW 
wird 1AIW hauptsächlich im Bereich vor Spitzbergen und bei Jan Mayen 
gebildet. Über dem Barentsseeschelf führt die Abkühlung des ver 
dünnten AW zur Ausbildung des Barentssee-Bodenwassers und/oder zur 
Bildung von 1AIW. 
Im Winter wird das ASW abgekühlt. Dieses abgekühlte Wasser 
bezeichnet man dann als uAIW. An der Polarfront wird im Winter PIW 
produziert. Es setzt sich aus abgekühltem ASW und PW zusammen. 
Im Sommer wird durch Erwärmung und Zufuhr von Schmelzwasser aus 
PIW und uAIW ASW gebildet. ASW findet man nur im Sommer vor. Es 
liegt dann in einer dünnen Schicht über dem PIW und dem uAIW. Im 
Winter reichen diese beiden Wassermassen bis an die Meeresober 
fläche • 
Das Tiefenwasser im Europäischen Nordmeer setzt sich aus zwei 
unterschiedlichen Wassermassen zusammen. Die Bildungsprozesse, die 
zur Entstehung dieser Wassermassen führen, sind bis heute nicht 
direkt beobachtet worden. 
CARMACK und AAGAARD (1973) entwickelten eine Tiefenwasser 
bildungstheorie, die sich auf den physikalischen Prozeß der Doppel 
diffusion stützt. 
Doppeldiffusion und die daraus resultierende Konvektion wurde im 
Laborexperiment von TURNER und STOMMEL (1964) und TURNER (1965, 
1968) untersucht. Sie beruht darauf, daß der molekulare Diffusions 
koeffizient von Salz in Meerwasser um den Faktor 10 a kleiner ist als 
der molekulare Wärmeaustauschkoeffizient.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.