accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Biologischer Abbau von Erdölkohlenwasserstoffen in der Nordsee unter besonderer Berücksichtigung von schwer abbaubaren Komponenten, die als Leitsubstanzen für die chemisch analytische Überwachung der Meeresumwelt dienen sollen

3 
I. EINLEITUNG 
Übergeordnetes Ziel der laufenden Untersuchungen ist die Beur 
teilung von Herkunft, Verteilung und Verbleib von Erdölkohlenwas 
serstoffen (EKW) in der Umwelt. 
Bisherige Untersuchungen zu dieser Fragestellung stützten sich 
zunächst überwiegend auf Fluoreszenz-Analysen (Dahlmann & Lange, 
1981), die jetzt mittels Gaschromatographie (GC) bzw. gekoppelter 
Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC/MS) überprüft oder er 
neut festgestellt werden. Die Analytik der EKW ist mittlerweile im 
hohen Maße ausgereift und wird aufgrund ihrer Empfindlichkeit zur 
gerichtlichen Begutachtung von Ölschadensfällen mit Erfolg 
herangezogen. Mineralöle lassen sich durch ihre charakteristische 
und einzigartige Zusammensetzung der KW genau charakterisieren und 
auf ihren Ursprung zurückführen (Dahlmann, 1984). 
Sobald Mineralöl in die Umwelt gelangt, treten durch 
physikalische (Verdampfung, Auswaschung), chemische (Photo-Oxida 
tion, Luftsauerstoff-Oxidation) und biochemische Prozesse Verän 
derungen in der Zusammensetzung des Öls auf. 
Biochemische Prozesse, die Zusammensetzung und Verhalten eines 
Ölfilms verändern, sind im wesentlichen auf bakterielle Aktivität 
zurückzuführen. Bakterien vermögen aufgrund ihrer genetischen 
Vielfalt und hohen Generationsraten jede natürlich entstandene or 
ganische Substanz mehr oder weniger effektiv anzugreifen (Perry, 
1977; Gibson 1983). 
Dabei werden Substanzen durch den Stoffwechsel der Bakterien 
an bestimmten Stellen in unterschiedlichem Umfang angegriffen, und 
damit in ihren chemischen, physikalischen und biochemischen Ei 
genschaften verändert: 
Eine Carboxylierung erhöht z.B. die Polarität und dami't 
die Wasserlöslichkeit einer lkomponente, was auf die Toxizi 
tät und die Abbaubarkeit dieser Substanz Einfluß nimmt 
(Wodzinski & Bertolini, 1972). 
Aus dem Alkan-Abbau resultierende Fettsäuren z.B. hemmen 
in höheren Konzentrationen den weiteren Abbau des Öls (Atlas 
und Bartha, 1973).
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.