accessibility__skip_menu__jump_to_main

Object: Jahresbericht 1950

Seekartenwerk und Nautische Geodäsie 
17 
Auf die Erhöhung des Seekartenabsatzes von rd. 28 400 Stück im Jahre 1949 
auf rd. 51 000 Stück im Jahre 1950 sei als erfreuliches Zeichen für die Wieder 
belebung der deutschen Schiffahrt besonders hingewiesen. 
Aus organisatorischen und wirtschaftlichen Gründen wurde zu Beginn 
des Jahres 1950 die Drucklegung der Nautischen Veröffentlichungen in ver 
stärktem Maße dem Technischen Betrieb des Seekarteuwerks übertragen. 
2. Nautische Geodäsie 
Auf geodätischem Gebiet wurden u. a. die Vorbereitungen für eine 
Beteiligung des D. H. I. an der Wiederholung des Nordsee-Küstennivelle 
ments 1 ) fortgesetzt. Der im vorigen Jahr gegründete Ausschuß für die 
Bearbeitung der Fragen dieses umfangreichen Messungsvorhabens, der 
Beauftragte der interessierten Bundes- und Landesbehörden umfaßt, hielt 
am 24. 5.1950 im Bundesverkehrsministerium in Hamburg eine Besprechung 
ab, bei der das D. H. I. durch Dr. Jung und Dipl. Ing. A n s o r g e vertreten 
wurde. Das wichtigste Ergebnis dieser Zusammenkunft war die Ausarbeitung 
eines sich über vier Jahre erstreckenden Zeitplans für die Durchführung der 
Präzisionsnivellements, von denen das D. H. I. den auf den Höhenanschluß 
der Nord- und Ostfriesischen Inseln an das Festland einschließlich der See 
übergänge entfallenden Teil, unterstützt von der Bundesanstalt für Gewässer 
kunde in Bielefeld, übernehmen soll. 
Für die feinnivellitischen Arbeiten konnte ein Feinnivellier I. Ordnung 
„Nabur“ nach Seibt-Gronwald von F. W. BREITHAUPT & SOHN, Kassel, 
beschafft werden, das die instrumenteilen Erfahrungen bei früheren Messungen 
ähnlicher Art berücksichtigt. Zur möglichst weitgehenden Erfassung des Ein 
flusses der nivellitischen Refraktion auf die Ergebnisse des Feinnivellements 
ließ das D. H. I. beim PYRO-WERK in Wennigsen/Deister nach Angaben 
von Professor Dr. Hase einen auf thermo-elektrischer Grundlage beruhenden 
Temperaturgradientmesser bauen, mit dem das vertikale Temperaturgefälle 
bis zu 2 m Höhe über dem Erdboden direkt bestimmt werden kann. Größere 
Erprobungsmessungen mit den beiden Geräten konnten bisher nicht durch 
geführt werden. Für kürzere und längere Seeübergänge wurden Zieltafeln mit 
neuartigen Einstellmarken entworfen. Die vergleichenden Untersuchungen mit 
den bisher benutzten Formen sind noch nicht abgeschlossen. Schließlich wurden 
Vorbereitungen für eine überschlägliche Berechnung des Einflusses der wahren 
Schwere auf die Nivellementsergebnisse im Gebiet des Nordsee-Küstennivelle 
ments getroffen. 
Die Möglichkeit des Einsatzes der Entfernungsmessung mit Lichtsignalen 
für die Seevermessung wurde in Zusammenarbeit mit Abt. VI verfolgt. 
Auf Veranlassung der Abteilung VI wurde auf dem Geländer der alten 
Seewarte geodätisch ein vorgegebenes Azimut für den Bau des neuen Magnet 
kompaßlaboratoriums abgesteckt und später die Nordrichtung in das Innere 
des Gebäudes übertragen. 
Zur Längenüberprüfung von 5 m-Meßlatten wurde ein von der Firma 
DENNERT & PAPE angefertigter Komparator im Flur des Erdgeschosses im 
Haus 10 in Tollerort fest angebracht. 
Im Vordergrund der Arbeiten für das Seekartenwerk standen die Berech 
nungen für die vom D. H. I. herausgegebenen Funkortungskarten. Durch die 
am 15. 3. 50 eingeführte neue Wellenlänge für das Consolfunkfeuer Bushmills 
änderten sich die Azimute der Leitstrahlen seiner Sektoren und der dazwischen- 
*) Siehe hierzu Jahresbericht Nr. 2 für 1947, S. 20, und Nr. 4 für 1949, S. 17.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.